10 Einsätze innerhalb von 3 Tagen

Schon länger liegt eine derartige Einsatz-Serie für die Wieslocher Feuerwehr zurück, wie sie Ende der vorvergangenen Woche stattgefunden hatte.
Ganze zehn Einsätze beschäftigten die Wehrleute seit Donnerstag, den 31.01.2013. Gegen Nachmittag wurden die Einsatzkräfte mit der Meldung „Technische Hilfe 3 – Verkehrsunfall“ alarmiert. Für die angerückten Helfer stellte sich heraus, dass in Schlossstraße ein Radfahrer angefahren wurde. Nachdem das Unfallopfer bereits von der Polizei zwischen zwei PKWs befreit war, vom Rettungsdienst eilig versorgt und ins Krankenhaus gebracht wurde, begab sich die Feuerwehr schnell auf den Rückweg in die Rettungswache.
Die Hoffnung schnell wieder zum Alltagsgeschehen zurückkehren zu können, war jedoch etwas  zu vorleilig: Circa eine Stunde später erfolgte ein erneuter Alarm, um mit dem Tanklöschfahrzeug und der Drehleiter Überlandhilfe in Malsch zu leisten. Zu diesem Zeitpunkt dachten viele Feuerwehrleute wohl noch an nichts Schlimmeres. Die Lage in Malsch spitzte sich allerdings immer weiter zu, sodass die Leitstelle die komplette Abteilung Wiesloch alarmierte. So allmählich wurde dem Einzelnen bewusst, dass es sich nicht mehr um eine übliche „Lappalie“ zu handeln schien: In Malsch standen zwei Lagerhallen einer Ziegelfirma im Vollbrand. Abgesehen von der enormen Größe des Feuers und dem alarmierten Schlauchwagen, der bei einem solch großen Einsatz schon länger nicht mehr zum Einsatz gekommen ist, gibt es eine weitere Besonderheit dieses Brandes. Anfangs brannte die erste Halle, die Zweite erst etwas später, durch ein brennendes Fließband, das über der B3 lief und wie eine Zündschnur wirkte. Als man sich ein Bild des Ausmaßes machen konnten, wurde umgehend ein Vollalarm für den gesamten Unterkreis Wiesloch herausgegeben. Zudem kamen weitere Freiwillige Feuerwehren aus dem südlichen Rhein-Neckar-Kreis sowie die Berufsfeuerwehr Heidelberg zum Einsatz. Nach insgesamt sechs Stunden konnte „Feuer schwarz!“ gemeldet werden und die Wieslocher Einheit zurück in die Weinstadt fahren. 


Nach einer Stärkung im Gerätehaus begaben sich die meisten Einsatzkräfte endlich nach Hause. Doch auch in dieser Pause konnte man von keiner großartigen Erholung sprechen. Kaum im Bett gelegen, ertönte der Funkmelder schon wieder: Auf der Autobahn war der Reifen eines LKWs geplatzt, der dadurch außer Kontrolle geriet, die Mittelleitplanke mitriss und umfiel. Der Fahrer war glücklicherweise nur leicht verletzt. Die Feuerwehr musste die Leitplanke demontieren.

Nachdem auch dieser Einsatz bewältigt war, meldete sich die Leitstelle ein weiteres Mal mit der Frage, ob sich noch Rettungskräfte im Feuerwehrhaus aufhielten. Die letzten Helfer begaben sich nach drei mehr oder weniger großen Einsätzen unmittelbar hintereinander auf den Vierten in Folge. Glücklicherweise war es für die Feuerwehr selbst nichts weiter Dramatisches: Ein Einbruch in Altwiesloch war zu verzeichnen und so musste die Tür gesichert werden. Völlig erschöpft und müde konnten sich die Zähesten unter den Feuerwehrleuten gegen 6 Uhr morgens endlich auf den wohlverdienten Heimweg machen. 
Kaum einigermaßen Schlaf nachgeholt, wurde die Wärmebildkamera zweimal hintereinander zur Ziegelfabrik nach Malsch gefordert, um erneut aufflammende Glutnester frühzeitig entdecken zu können. Samstags gerieten sogar wieder Holzspäne in Brand. Was danach folgte, war eine Reihe an Kleinalarmen, von denen es bis jetzt noch keine langfristige Erholung zu geben scheint.

Zu hoffen bleibt, dass der „Marathon“ langsam ein Ende findet. Glücklicherweise sind in allen erwähnten Einsätzen, insbesondere beim Großbrand, keine Todesopfer oder schwer Verletzte zu verzeichnen. Doch eine Tatsache wird jedem Feuerwehrmann auf’s Neue bewusst, wenn sich die Ereignisse wieder überschlagen: In der Feuerwehr muss man immer und zu jeder Tageszeit bereit sein zu helfen. Egal ob „Türe sichern“ oder Großbrand, fachliches Wissen und körperliche Fitness müssen auch nach wochenlanger Pause sofort abrufbar sein. Das macht dieses Ehrenamt so abwechslungsreich und spannend.


Information: In der Woche nach der Fertigstellung unseren Berichts wurden wir noch zu drei Verkehrsunfällen gerufen (Einsätze 21 bis 23). Bild Nr. 1 stammt von PR-Video. Wir danken für das Bereitstellen des Materials.

Geschrieben von Patrick Bader

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Einsatz der Feuerwehr gleich zwei Mal gefragt

In einer Trafostation in der Baiertaler Straße in Altwiesloch kam es am Montagabend gegen 19 Uhr zu einem folgenschweren Kurzschluss mit anschließendem Brand.

Während in einem Teil der Wieslocher Haushalte der Strom nur kurz weg war, blieben andere Objekte für längere Zeit ganz stromlos. Da die Straßenbeleuchtung ebenfalls abschaltete, war es in Wiesloch gespenstisch dunkel. Auch in der Feuerwache, in der die zu Hilfe gerufenen Feuerwehrleute kurz nach dem Alarm eintrafen, funktionierte nur die Notbeleuchtung. Dennoch verlief das Ausrücken der Einsatzfahrzeuge reibungslos und rasch waren die Helfer am Schadensort in der Baiertaler Straße. An der Trafostation selbst waren zu diesem Zeitpunkt von außen weder Rauch noch Feuer festzustellen. Allerdings hatten sich die Türen wie nach einer Verpuffung verbogen. Anwohner berichteten von einem heftigen Knall. Kohlendioxid- und Pulverlöscher wurden in Stellung gebracht und der Ereignisort abgesperrt. Nachdem ein Mitarbeiter der EnBW die Türen geöffnet hatte, konnte der Brand gelöscht werden. Da im nahegelegenen Senioren- und Pflegeheim Haus Silberberg nur die Notstromversorgung funktionierte und nicht abzusehen war, wie lange dieser Zustand andauern würde, ließ Stadtbrandmeister Peter Hecker vorsorglich die Schnelleinsatzgruppe „Brand“ des DRK-Ortsvereins Wiesloch alarmieren. Die erfahrenen Helferinnen und Helfer hätten das Pflegepersonal bei der Betreuung der Heimbewohner unterstützen können. Auch wurde ein Fachberater des THW Wiesloch-Walldorf hinzugezogen. Schneller als erwartet konnte die Stromversorgung jedoch wieder hergestellt werden. Durch die notwendig gewordene halbseitige Sperrung der Baiertaler Straße kam es unterdessen zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Gerade als die DRK-Helfer wieder abrücken wollten, alarmierte die Leitstelle die Wieslocher Feuerwehr zu einem Küchenbrand in der Hesselgasse. Vor Ort angekommen, stellten die Einsatzkräfte fest, dass sich bereits alle Bewohner des Mehrparteienhauses in Sicherheit gebracht hatten. Schnell konnte auch die Ursache für den Rauch ausgemacht werden: Auf dem Herd befindliches Essen war angebrannt. Die Pfanne wurde von der Wärmequelle entfernt, das mittlerweile rauchfreie Zimmer sicherheitshalber durch Öffnen des Fensters belüftet. Auch hier kamen die DRK-Helfer unter Leitung von Thomas Erni zum Einsatz und kümmerten sich um die Bewohner des vom Brand betroffenen Hauses, die teilweise unter Schock standen.

Von Rotem Kreuz, Feuerwehr und THW waren 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zum Teil rund zwei Stunden im Einsatz.

Geschrieben von Ludwig Sauer