150 Jahre Abteilung Baiertal

Am Sonntag, den 24. Juni 2012, nahmen wir neben zahlreichen anderen Feuerwehren des Rhein-Neckar-Kreises am Umzug der Baiertaler Kameraden teil. Dieser war einer der Höhepunkte der fünf Tage, an denen die Baiertaler ihr 150-jähriges Jubiläum feierten. Unser Wieslocher Beitrag begann mit der „Historischen Gruppe“, die mit Handdruckspritze, zwei Hydrantenwagen, Messinghelmen und Martinshorntrompete präsentierte, wie die Feuerwehrleute früher aussahen und mit welchen Mitteln sie unterwegs waren. Dieser Teil wurde zusätzlich untermalt mit dem alten LF 16 aus dem Jahr 1964, das gefolgt von dem LF 8 unserer Jugendfeuerwehr, Baujahr 1969, und als Kontrast zum modernen Tanklöschfahrzeug 20/40-SL mitfuhr. Natürlich zeigte sich auch unsere aktive Wehr, die mit ihrer regen Teilnahme am Umzug ein gutes Bild abgab. Auch die Jugendfeuerwehr war zahlreich vertreten und bildete den Abschluss des Wieslocher Abschnitts. Außerdem nahm der Feuerwehr-Werbebus, der in gut nachbarschaftlicher Zusammenarbeit von den Feuerwehren Wiesloch und Walldorf gemeinsam realisiert wurde, am Umzug teil und sorgte für beeindruckte Gesichter bei den Baiertaler Zuschauern. Ziel des Umzugs war das Festzelt, in dem alle teilnehmenden Feuerwehren sich zu Speis‘ und Trank einfanden und den Dankesworten des Baiertaler Abteilungskommandanten Werner Gefäller und musikalischen Beiträgen lauschten.

Beim Dorfabend am gleichen Tag, an dem sich die Baiertaler Vereine einen kurzweiligen und spannenden Spielewettbewerb lieferten, unterstützte unsere Abteilung die Kameraden bei der Verköstigung der vielen Gäste. Schon am Abend zuvor hatten viele unserer Mitglieder die einmalige Gelegenheit genutzt, gleich drei renommierten Bands im voll besetzten Festzelt zuzuhören. Natürlich waren wir auch beim Festbankett am Mittwochabend sowie bei der Ausarbeitung der Unterkreisübung vertreten. Die Teilnahme am Jubiläum hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht und wir möchten auch auf diesem Weg noch einmal unseren Baiertaler Kameradinnen und Kameraden alles Gute zu ihrem stolzen Jubiläum wünschen.

Bilder gibt es in unserer Bildergalerie

Geschrieben von Patrick Bader

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Feuerwehrarbeit funktionierte Hand in Hand

Wer am Samstagnachmittag durch die Rudolf-Diesel-Straße in Baiertal kam, hatte allen Grund sich zu wundern. Auf der einen Seite standen drei demolierte PKW, etwas weiter drang verdächtig wirkender Rauch aus der Glaserei Zimmermann. All dies hatte jedoch seinen guten Grund: Die gemeinsame Großübung der umliegenden Feuerwehren im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums der Baiertaler Wehr. Zahlreiche interessierte Zuschauer und Ehrengäste waren der Einladung gefolgt und hatten sich frühzeitig im Gewerbegebiet nahe dem Festgelände eingefunden. Bürgermeisterin und Schirmherrin des Jubiläums, Ursula Hänsch, der stellvertretende Kreisbrandmeister Axel Schuh sowie einige amtierende Kommandanten und Ehrenkommandanten beobachteten die Darstellung des Könnens. Punkt 14 Uhr war im ganzen Ort das laute Martinshorn der anrückenden Feuerwehrfahrzeuge zu hören. Wie Moderator Ludwig Sauer erläuterte, handelte es sich dabei zuallererst um die Einheit aus Malsch, die zum ersten Teil, dem Verkehrsunfall eilte. Es folgten die Wehren aus Rauenberg und Rettigheim, die sich gemeinsam an das Befreien der vermeintlich eingeklemmten Personen machten. Unterstützt wurden die Feuerwehrleute vom Personal des Wieslocher DRK-Ortsvereins mit zwei Rettungswagen und Notartzeinsatzfahrzeug. Schnell wurden die Wagen gegen Erschütterungen abgesichert, einer davon sogar auf der Seite liegend, im gleichen Atemzug zerstörten ehrenamtlichen Einsatzkräfte die Fahrzeugscheiben und verschafften dem Rettungsdienstpersonal Zugang zu den „Verletzten“. Zur letztendlichen Befreiung kam nun schweres Gerät zum Einsatz. Mit hydraulischen Rettungsscheren und -spreizern wurden Türen und Dächer der Wagen entfernt und die Dummys herausgehoben. Eindrucksvoll demonstrierten alle Hilfskräfte, unter der Leitung von Unterkreisführer Jürgen Förderer, das Zusammenspiel im Ernstfall. Bei sehr schweren Unfällen kommt es häufig dazu, dass mehrere Feuerwehren zur Befreiung eingeklemmter Unfallfahrer gerufen werden. Moderne PKW deformieren sich viel stärker als früher, um die Aufprallenergie von den Fahrzeuginsassen fernzuhalten, war von den Feuerwehrleuten zu erfahren. Hierzu braucht es modernes Gerät, jedoch auch gut ausgebildete Floriansjünger und zentral vorgehaltene Sonderfahrzeuge. Unterkreisführer Jürgen Förderer freute sich über die „gut ausgebildeten Helferinnen und Helfer“ und unterstrich die „große Bedeutung moderne Rettungsgeräte“. Aufgrund der modernen Löschfahrzeuge und der überzeugenden Darbietung seiner Bereichswehren sah er sich der hohen Priorität seiner Wehren bei der Kommunalpolitik aber sicher.Kaum hatten die Übungsteilnehmer den ersten Part beendet, verständigte die Übungsleitung am Wieslocher Einsatzleitwagen die nächsten Feuerwehren zum Brandeinsatz in der Glaserei Zimmermann. Laut rief ein „Übungsopfer“ vom Kamin des Anwesens um Hilfe, aus dem der dichte Demorauch qualmte. Nur kurze Zeit später bog schon das erste Löschfahrzeug aus Schatthausen um die Ecke. Schnell stiegen die Feuerwehrleute ab, legten die benötigten Schläuche aus und begaben sich mit ihren schweren Atemschutzgeräten zur Brandbekämpfung und Personensuche. Weitere Helfer stellten die mitgeführte Leiter auf, um den ersten Arbeiter zu retten. Auch die Drehleiter aus Wiesloch durfte natürlich nicht fehlen. Ihr war die Rettung des Eingeschlossenen in luftiger Höhe vorbehalten, ehe sie mit dem Strahlrohr aus der Höhe die vermeintlichen Flammen löschte. Einmal mehr konnten die Zuschauer nun verfolgen, wie unterschiedliche Ortswehren zusammenarbeiten, als nach und nach weitere Löschfahrzeuge eintrafen. Dies waren die Wehren aus Dielheim, Rotenberg sowie des PZN, die die Löscharbeiten und Personensuche im Gebäudeinneren unterstützen. Zuletzt kam noch die Einheit aus Malschenberg hinzu. Weil bei größeren Bränden das örtliche Wassernetz an seinen Grenzen stoßen kann, müssen Feuerwehren nach ergänzenden Quellen suchen und nicht selten auch aus einem nahegelegenen Gewässer Löschwasser herbeiführen. Hierzu stellten die Malschenberger Wehrleute eine mobile Pumpe auf, mit der sie aus dem Gauangelbach das „kostbare Nass“ ansaugten. Nach kurzer Zeit hatte man gemeinsam alle vier eingeschlossenen Personen gerettet und machte sich unter großem Applaus an die Aufräumarbeiten. Erstaunlich viele Familien hatten sich die Übung angeschaut – große Kinderaugen waren den Feuerwehrleuten einmal mehr sicher. Im Anschluss zur Übung führte der stellvertretende Kreisbrandmeister Axel Schuh eine kleine Manöverkritik durch. Er bedankte sich bei den Anwesenden für die reibungslos verlaufene und gute Vorführung der Unterkreisfeuerwehren und für die Ausarbeitung bei den Verantwortlichen Jürgen Bodri und Ingo Schmiedeberg von der Wieslocher Feuerwehr. „Ich bin stolz darauf, wie die Feuerwehren hier Hand in Hand zusammengearbeitet haben“, verriet eine beeindruckte Wieslocher Bürgermeisterin Ursula Hänsch. Wie sie weiter ausführte, sieht sie die „Steuergelder der Bürgerinnen und Bürger bei der Feuerwehr gut verwendet“ und die Feuerwehrleute als „sehr gut ausgebildet“.

Fotos: Karl-Heinz Pfeiffer

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Drehleiterausbildung mit der Feuerwehr Rettigheim

„Wenn die Affen steigen, soll das Wetter ja schön werden. Diese Bauernregel hat sich wieder einmal bewahrheitet“ so der spaßige Kommentar von einem der Anwesenden. Zur Übung am Freitagabend kamen zwei Kameraden aus Wiesloch, um die Drehleiter der Feuerwehr Wiesloch vorzustellen.Bei Brandeinsätzen wird die Drehleiter von Wiesloch häufig hinzu alarmiert, um eine Menschenrettung aus hohen Gebäuden schnell durchführen zu können. So gab es in den letzten Jahren immer wieder Einsätze, zu denen die Wieslocher Kameraden anrückten.Es ist für die Rettigheimer Wehr daher wichtig zu wissen bei welchen Handgriffen man die Kameraden unterstützen kann und wie ein solcher Einsatz reibungslos abläuft. Des Weiteren wurde gezeigt, welche anderen Rettungsmöglichkeiten noch bestehen. So ist mit einer Drehleiter auch die Rettung aus Gruben und Schächten möglich.Zum Abschluss der Übung durfte jeder ganz hoch auf die Drehleiter und Rettigheim von oben begutachten, ein wirklich schöner Anblick. Einige Kameraden stellten sich dann noch der Herausforderung, die Drehleiter selbst zu erklimmen und stiegen wie Athleten die Sprossen hoch. Im Anschluss an die Übung wurde mit den Wieslochern gemeinsam gegrillt und jeder Teller wurde leer, vielleicht war auch deshalb das Wetter am Samstag so gut!? Wir möchten uns bei den Kameraden aus Wiesloch für diese interessante und abwechslungsreiche Übung bedanken.

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Anleiterbereitschaft und mehr

Wie kann ich die Drehleiter so aufstellen, dass ich bei einer Anleiterbereitschaft möglichst zwei Gebäudeseiten abdecken kann, also gleich mehrere Möglichkeiten habe, um einen Trupp im Innenangriff notfalls „rausholen“ zu können, wenn diesem der Rückweg abgeschnitten ist? Wie ermittle ich den optimalen Aufstellungsort, wenn sich zwischen dem Anfahrbereich des Rettungskorbs und dem Fahrzeug ein Vordach oder ein anderes Hindernis befindet, dass „überbrückt“ werden muss? Wie kann in einer engen Straße der geeignete Standort für die Drehleiter rasch und unkompliziert festgestellt werden, so dass das Rettungsgerät ohne anzustoßen gedreht werden kann? Mit diesen und anderen Aufgaben konfrontierte Ausbilder Markus Penninger die Drehleitermaschinisten am Samstag, den 09.06.2012. In kleinen Gruppen übten die Maschinisten die vorgegebenen Szenarien ausgiebig, so dass die Zeit – für jede Gruppe standen zwei Stunden zur Verfügung – wie im Fluge verging. Alle Teilnehmer waren sich nach Abschluss des intensiven Ausbildungstags einig, dass die eingesetzte Zeit gut investiert war und man wieder etwas sicherer mit dem nicht einfachen Rettungsgerät umgehen kann. Insbesondere die dargestellten „Faustregeln“ und „Eselsbrücken“ werden die Arbeit bei künftigen Übungen und Einsätzen erleichtern.

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Bilder und Unterlagen anlässlich des Feuerwehrjubiläums gesucht

Im nächsten Jahr begeht die Freiwillige Feuerwehr Wiesloch ihr 150-jähriges Bestehen.
Dieses besondere Jubiläum möchten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zum Anlass nehmen, ihre Geschichte mit einer Festbroschüre sowie kleinen Ausstellungen und Präsentationen darzustellen. Zwar sind im Stadtarchiv und bei den eigenen Unterlagen Berichte, Bilder und Ausrüstungsgegenstände vorhanden, doch würde man sich freuen, wenn diese kleine Sammlung durch Bilder, Filme oder andere Unterlagen, die möglicherweise bei den Mitbürgerinnen und Mitbürgern vorhanden sind, ergänzt werden könnte. Der Feuerwehr ist dabei bewusst, dass man Originalunterlagen und –bilder nur äußerst ungern aus der Hand gibt, die baldige, vollständige und unversehrte Rückgabe wird jedoch garantiert. Für jede andere Unterstützung zur Durchführung des Jubiläums ist man seitens der Wieslocher Feuerwehr ebenfalls sehr dankbar.
Ansprechpartner ist Ludwig Sauer, Münchäckerweg 32, Tel. 3170240, E-Mail-Adresse ludwig.sauer@feuerwehr-wiesloch.de.
Gerne können Sie sich aber auch an jeden anderen Angehörigen der Feuerwehr Wiesloch wenden. Im Feuerwehrhaus in der Baiertaler Str. 2 ist üblicherweise jeden Mittwoch ab 18.30 Uhr einer der ehrenamtlichen Helfer zu erreichen, die für Fragen und Auskünfte zur Verfügung stehen. Über Anmeldungen für die Jugendfeuerwehr und die Einsatzabteilung freut man sich natürlich ebenfalls.

Unser Traditionsfahrzeug bereichert das Benzparkfest 2012

Am Pfingstsonntag, den 27.05.2012, fand anlässlich des historischen Benzparkfestes eine Oldtimersternfahrt in die Benzstadt Ladenburg statt. Teilnehmen konnten alle Autos bis Baujahr 1980. Um unser LF 16 , Baujahr 1964, wieder einmal einem breiteren Publikum zu zeigen, machten sich 6 Kameraden auf in Richtung Ladenburg. Zahlreiche Zuschauer hatten sich auf der Festwiese am Neckarufer eingefunden, um die Fahrzeuge zu bewundern.Da wir das einzige Feuerwehrfahrzeug präsentierten, waren wir besonders für die Kinder eine Attraktion. Ab 13:30 Uhr startete eine Rundfahrt um Ladenburg, bei der verschiedene Aufgaben erfüllt werden mussten. Natürlich nahmen wir auch daran teil. Über Ilvesheim, die Mannheimer Stadtteile Seckenheim, Feudenheim und Straßenheim sowie Heddesheim ging es zurück nach Ladenburg.

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Altes LF 16 beim Festumzug in Helmstadt

Trotz des Tags der Helfer nahm eine kleine Abordnung der Wieslocher Feuerwehr mit dem alten Löschgruppenfahrzeug LF 16 aus dem Jahr 1964 am Festumzug in Helmstadt teil. Da man mit der Helmstadter Feuerwehr, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Jubiläum feiert, in der Vergangenheit beim Feuerwehr-Leistungsabzeichen zusammengearbeitet hat, wollte man auf jeden Fall beim Festumzug Präsenz zeigen. Das alte Feuerwehrfahrzeug erhielt auch einen Ehrenplatz im Festzug, denn es fuhr gemeinsam mit zwei Oldtimer-Cabriolets direkt hinter der Jubelwehr. Als Besatzung fungierten Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung der Helmstadter Wehr. Sowohl die rüstigen Feuerwehrsenioren, als auch das alte Fahrzeug wurden von den zahlreichen Zuschauern mit viel Applaus bedacht.

Die Bilder wurden uns freundlicherweise von einem Bürger aus Helmstadt überlassen. Hierfür herzlichen Dank!

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Dank der Hilfsorganisationen für die gute Resonanz

Wiesloch. (hds) Der abendliche Regen, begleitet von einem Gewitter, konnte die Stimmung beim „Tag der Helfer“ nicht trüben. Im „trockenen“ Feuerwehrhaus heizten am Samstagabend „Cool Breeze“ ein, rund um das Finale der Champions League gab es stets aktuelle, aber leider unerfreuliche Infos, für Speis und Trank war bestens gesorgt. Bereits seit mehr als 30 Jahren ist die Präsentation der ehrenamtlichen Hilfsorganisationen fester Bestandteil im Wieslocher Veranstaltungskalender und auch diesmal gaben die engagierten Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr, der Malteser, des Deutschen Roten Kreuzes und des THW am Samstag und Sonntag einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit.

Beim offiziellen Startschuss zu der zweitägigen Veranstaltung durch Oberbürgermeister Franz Schaidhammer hob der Rathauschef hervor, wie wichtig die Arbeit der Hilfsorganisationen ist. „Die Sicherheit für unsere Bürger ist dabei der entscheidende Faktor“, betonte Schaidhammer und verwies auf die hervorragende Ausbildung der verschiedenen Organisationen. Der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes feiert zudem in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen, die Feuerwehr begeht dieses außergewöhnlicheJubiläumimkommendenJahr. Dann wird man auch das neue Rüstfahrzeug in Dienst stellen können. 385 000 Euro werden für diese „Ersatzbeschaffung“ zur Verfügung gestellt. Schaidhammer bilanzierten die Arbeit der Feuerwehr und verwies auf die mehr als 150 Einsätze im zurückliegenden Jahr. Die über 70 Aktiven waren dabei sowohl bei kleineren Bränden vor Ort, leisteten technische Hilfestellungen und retteten auch Menschen aus bedrohlichen Situationen – in erster Linie nach Autounfällen. Das „Geburtstagskind“, der DRKOrtsverein, bot beim „Tag der Helfer“ die Möglichkeit zum Blutspenden an und der Oberbürgermeister lobte das gesamte Team, vor allem auch für sein Engagement im sozialen Bereich. „Gerade für ältere Mitbürger sind die Mitarbeiter des DRK in vielen Fällen Seelentröster und Helfer in einer Person“, so Schaidhammer. Auch die Leistungen von THW und Maltesern wurden gewürdigt. Das Technische Hilfswerk, in Frauenweiler im Gewerbegebiet ansässig, ist mit „schwerem Gerät“ bestens ausgerüstet, um in Katastrophenfällen eingreifen zu können. Die Malteser präsentierten den interessierten Besuchern ein Rauchmeldesystem, das auf den Hausnotruf aufgeschaltet ist – gerade für ältere Menschen eine oft lebensrettende Einrichtung. Als eine „tolle Sache“ erwähnte Schaidhammer den „First Responder“, der oftmals noch vor dem Eintreffen des Notarztes zum Einsatz kommt und mit ausgebildeten Sanitätern die Zeit überbrückt.
In ihrem Grußwort dankte Diemut Theato, die Ehrenkreisvorsitzende des DRK und ehemalige Abgeordnete des Europarlaments, den ehrenamtlichen Helfern. „Sie geben allen ein sicheres Gefühl, gut aufgehoben zu sein.“ Zufriedenheit herrschte natürlich ob solch lobender Worte beim Ehrenkommandanten der Feuerwehr, Rainer Kircher, beim Stadtbrandmeister Peter Hecker und den Teams vom DRK, den Maltesern und des THW. Klar, dass die Veranstalter am „Tag der Helfer“ die Gelegenheit nutzten, die Werbetrommel zu rühren. Zumindest bei der Feuerwehr sieht man in Sachen Nachwuchs optimistisch in die Zukunft. Viele Kinder sind in der Jugendfeuerwehr und werden behutsam an künftige Aufgaben herangeführt. „Wir haben pro Jahr etwa vier bis fünf Jugendliche, die dann in den aktiven Dienst wechseln können“, berichtete Marco Fritz, für die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr zuständig. Und dann hatten die Besucher bis in die Abendstunden ausreichend Gelegenheit, sich über einzelne Aktivitäten zu informieren. Fahrzeuge und Gerät luden zur „Inspektion“ ein und gemeinsame Schauübungen demonstrierten hautnah die Arbeit der Hilfsdienste und klärten über Gefahren im Alltag auf. Die kleinen Besucher erwartete neben einer gemeinsamen Spielerallye unter anderem ein Teddybärenkrankenhaus des DRK. Bei der Feuerwehr nur ein paar Meter weiter konnten sich die Knirpse beim feuchtfröhlichen „Ziellöschen“ beweisen oder mit schwerem Gerät beim THW Flaschen in eine Kiste bugsieren. Auch die Hüpfburg des DRK – einem Rettungswagen nachempfunden – fand großen Zuspruch. Für das leibliche Wohl der Besucher war bei zivilen Preisen gesorgt. Und so verbanden viele Wieslocher den samstäglichen Einkaufsbummel mit einem Abstecher zur „Helfermeile“ und staunten über die Leistungsfähigkeit: So befinden sich beispielsweise im Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Wiesloch 4800 Liter Wasser, dazu 500LiterSchaum.„Das bedeutet, dass wir innerhalb von zwei Minuten bei einem Einsatz unser mitgebrachtes Wasser verspritzen können“, erläuterte Stadtrat Stefan Seewöster, selbst Mitglied bei der Feuerwehr, bei einer kleinen Privatführung für die RNZ. Dann müsse auf das Wasser aus einem Hydranten zurückgegriffen werden.

Das Wasser am Abend, das nicht bestellt vom Himmel fiel, konnte indes die Feierlaune nicht trüben, vor allem deshalb nicht, weil sich der nächste Tag wieder mit Sonnenschein

präsentierte.

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Tag der Helfer am 19. & 20. Mai

Üben unter erschwerten Bedingungen: Gefahrgutblock 2012 mit Einsatzübung abgeschlossen

Eine Situation wie sie sich jederzeit auf unseren Straßen ereignen kann: Der Fahrer eines LKW ist für kurze Zeit abgelenkt und registriert daher nicht gleich, dass der Tankzug vor ihm staubedingt stark abbremsen muss. Spät, viel zu spät erfolgt die Vollbremsung. Mit ungeheurer Wucht schrammt das Fahrerhaus in den Tankauflieger des Vordermanns. Der Aufprall ist zwar glücklicherweise nicht so stark, dass der Fahrer in seinem Führerhaus eingeklemmt wird, doch aus einem Loch im Tankzug ergießt sich eine gelbliche, ölige Flüssigkeit, die stark nach Ammoniak riecht. Triethylamin wie sich später rausstellt. Es ist leicht entzündlich und stark ätzend. Doch der Reihe nach. Wer sich in Sicherheit bringen kann, entfernt sich fluchtartig aus dem Gefahrenbereich. Rasch werden über Notruf Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst und alarmiert. Diese dramatische Einsatzlage trifft der Umweltschutzzug der Feuerwehren Wiesloch und Rauenberg, der nach einiger Zeit am Unglücksort eintrifft, am vergangenen Samstag im städtischen Bauhof an. Ganz wichtig ist jetzt, dass die Einsatzkräfte nicht ohne ausreichende Schutzausrüstung zu nahe an die Austrittstelle der Flüssigkeit kommen. Ein großzügig bemessener Absperrbereich wird daher gebildet. In diesen Bereich dürfen nur Feuerwehrleute, die Chemikalienschutzanzüge angelegt haben. Zwei Wehrleute haben nun auch diese Anzüge, in denen sie hermetisch von der Außenwelt abgeschirmt sind, angelegt und bringen den Unfallverursacher, der zwar – wie gesagt nicht eingeklemmt – aber dennoch bewusstlos hinter seinem Steuer sitzt, in Sicherheit. Gleichzeit haben sich andere Einsatzkräfte ebenfalls mit Chemikalienschutzanzügen ausgerüstet und beginnen mit dem Abdichten des Lochs im Tankzug, was aufgrund der schweren und starren Schutzausrüstung recht diffizil ist. Die Führung des Gefahrgutzugs ermittelt anhand der Gefahrgutliteratur die Eigenschaften und besonderen Gefahren des austretenden Stoffes und koordiniert aufgrund dieser Erkenntnisse alle weiteren Maßnahmen. Von dort aus erfolgt auch die Kommunikation mit der Leitstelle und den maßgebenden Entscheidungsträgern, die bei einer derartigen Notsituation angefordert oder zumindest benachrichtig werden müssen. Hier ist auch zu klären, in welcher Form die Öffentlichkeit zu informieren ist. Weitere Einsatzkräfte stellen derweil den Brandschutz sicher, d.h. sie haben vorsorglich Löschleitungen und -geräte bereitgelegt, um bei einem Brand des Gefahrguts diesen mit Wasser, Schaum oder Löschpulver bekämpfen zu können. Ebenso wird frühzeitig ein sogenanntes Dekontaminationszelt aufgebaut, in welchem die Trupps unter den Vollschutzanzügen nach ihrem Einsatz gründlich gereinigt werden können. Auch wenn nicht jeder Handgriff gleich hundertprozentig sitzt, wird das Übungsziel dennoch in passabler Zeit erreicht. Letztlich sollen ja gerade bei Übungen mögliche Schwächen erkannt und bessere Vorgehensweisen einstudiert werden. Denn nur ständiges und beharrliches Training gewährleistet einen guten Einsatzerfolg. Diesem Ziel diente auch die der Übung vorangestellte Stationsausbildung am Samstagvormittag. In einer dieser Stationen befassten sich die Helfer mit der Gefahrgutliteratur des Einsatzleitwagens, in einer weiteren mit dem Aufbau des Dekontaminationsplatzes. Das richtige Anlegen des Chemikalienschutzanzugs wurde ebenso trainiert wie das Abdichten eines Lecks. Bei der letzten Station wurde die korrekte Inbetriebnahme der Umfüllpumpe geübt. Was sich hier recht einfach liest, ist jedoch aufgrund der Vielschichtigkeit des Themas sehr schwierig und stellt die ehrenamtlichen Helfer, die sich ja auch in Brandbekämpfung, technischer Rettung von Unfallopfern und Erster Hilfe auskennen müssen, schon vor große Herausforderungen. Der Übungstag war von Ingo Schmiedeberg, Markus Penninger, Eike Ottmann, Heiko Ackel, Julian Haupt und Bastian Martin geplant worden. Ihnen dankte Abteilungskommandant Jürgen Bodri für die gründliche Vorbereitung ebenso wie der Küchenmannschaft für das Mittagessen.

Geschrieben von Ludwig Sauer