Wieslocher Feuerwehr bei der Oldtimer-WM
Ein Teil der Oldiegruppe der Feuerwehr Wiesloch machte sich mit ihrem 38 Jahre alten
Löschfahrzeug auf den Weg nach Bruck an der Großglocknerstraße, um an der Feuerwehr-
Oldtimer-Weltmeisterschaft teilzunehmen.
Los ging die Reise am Donnerstag, den 18. Juni, früh am Morgen. Pünktlich um 10:30 Uhr
traf die Gruppe in München bei ihrem Kameraden Armin Goldschmidt zum traditionellen
Weißwurstfrühstück ein. Dort stießen auch Gerhard Mühlbaier und Frieder Kircher zur
Reisegruppe hinzu.
Gut gestärkt führte die Fahrt anschließend – teilweise über wunderschöne Land- und
Passstraßen – weiter nach Bruck an der Großglocknerstraße. Bereits die Anreise bot herrliche
Ausblicke und machte Lust auf die kommenden Tage.
Den ersten Abend ließ die Gruppe in geselliger Runde auf dem Dorffest ausklingen. Ein
besonderes Highlight waren die beeindruckenden Wasserspiele der Feuerwehr Engen aus dem
Hegau, die bei allen Teilnehmenden für große Begeisterung sorgten und den gelungenen
Auftakt der Reise abrundeten.
Nach einer erholsamen Nacht ging es am nächsten Morgen mit den eigenen Fahrzeugen ins
Raurisertal. Von dort aus marschierten die Feuerwehrleute rund 3,5 Kilometer bergauf zur
Gollehenalm. Dort wurden sie bereits von den Rangern erwartet, die sie durch den
Nationalpark „Hohe Tauern“ führten und ihnen die beeindruckende Natur mit all ihren
Besonderheiten näherbrachten. Nach einer wohlverdienten Stärkung machten sich die
Gruppen wieder auf den Rückweg in Richtung Bruck.
Am späten Nachmittag stand dann bereits die erste Wertungsfahrt der Feuerwehr-Oldtimer-
Weltmeisterschaft auf dem Programm. Hier galt es, drei Streckenabschnitte mit je einer
vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeit möglichst exakt zu absolvieren. Am Abend
wurde die Feuerwehr-Oldtimer-WM im Rahmen eines stimmungsvollen Festabends mit
musikalischer Umrahmung offiziell eröffnet.
Der nächste Morgen begann bereits früh. Um 7 Uhr erklang, während sie die Gruppe auf die
zweite Wertungsfahrt vorbereitete, Tom Astors Hit „Hallo, guten Morgen Deutschland“ über
die Lautsprecher am Aufstellplatz – wohlgemerkt, man befand sich zu diesem Zeitpunkt in
Österreich. Ein durchaus amüsanter Moment.
Anschließend startete die zweite Wertungsfahrt. Dabei mussten zwei Streckenabschnitte – von
Bruck bis zur Mautstelle Ferleiten sowie von dort bis zum Fuscher Törl – jeweils in exakt
derselben Zeit zurückgelegt werden. Die Geschwindigkeit konnte zwar frei gewählt werden,
durfte jedoch 40 km/h nicht überschreiten. Oben angekommen wurden die
Fahrzeugbesatzungen mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Zu Fuß ging es anschließend
weiter hinauf auf die Edelweißspitze, wo man erneut eine wohlverdiente Stärkung genießen
konnte.
Zurück im Tal fand am Nachmittag ein Festumzug mit anschließender historischer
Feuerwehrübung statt. Am Abend folgte schließlich die Siegerehrung. Weltmeister wurden
die Wieslocher zwar nicht, dennoch konnten sie sich in beiden Wertungen einen Platz in der
vorderen Hälfte des Teilnehmerfeldes sichern. Damit war die Crew mehr als zufrieden und
ließ den Abend in gemütlicher Runde ausklingen.
Am nächsten Morgen hieß es dann Koffer packen und Abschied nehmen. Bevor die Gruppe
jedoch die Heimreise antrat, nahm sie noch an einem beeindruckenden Korso rund um den
Zeller See teil.
Die Heimfahrt führte die Gruppe zunächst nach Grasbrunn bei München, wo sie eine weitere
Nacht verbrachte – natürlich, wie sollte es bei Feuerwehrkameraden auch anders sein, in der
Pension des örtlichen Feuerwehrkommandanten, direkt neben dem Feuerwehrhaus.
Am Montagmorgen ging es dann endgültig in Richtung Heimat. Allerdings legte das
Oldtimerteam noch einen Zwischenstopp an der Hauptfeuerwache in München ein. Dort
erhielt sie von Georg Weber, einem erfahrenen Pensionär der Münchner Feuerwehr, eine
interessante Führung durch die Feuerwehrausstellung. Möglich gemacht hatte dies Kamerad
Frieder Kircher, der dank seiner hervorragenden Kontakte diesen besonderen Programmpunkt
organisieren konnte.
Am Abend erreichte die Gruppe schließlich wohlbehalten wieder Wiesloch. Bei
hochsommerlichen Temperaturen waren alle froh, gut angekommen zu sein – schließlich
verfügt das alte Feuerwehrfahrzeug über keine Klimaanlage.
Nach der Tour ist bekanntlich vor der Tour: Die nächste Reise ist bereits geplant. Im Jahr
2027 geht es nach Latsch in Südtirol. Die Feuerwehrleute hoffen, dort ebenso viele schöne
Erlebnisse und unvergessliche Momente sammeln zu können.
Beitrag: Ludwig Sauer, Thomas Hörner



