Umgang mit Gefahrstoffen trainiert

ABC-Ausbildung mit Halbtagesdienst beendet | Zusammenarbeit mit Feuerwehr Rauenberg bei solchen Alarmmeldungen

Im ersten Ausbildungsblock „ABC-Gefahrstoffe“ wurden die Maßnahmen beim Austritt gefährlicher Stoffe trainiert. Im vergangenen Monat endete das Modul mit einer Halbtagesausbildung.

Zu Beginn trafen sich die Führungskräfte im Gruppen- und Zugführerdienst, um die Taktik bei sogenannten ABC-Einsätzen zu besprechen. Wie auch bei den anderen Einsatzarten gibt es in diesem Bereich ein Standardvorgehen. Bei Gefahrstoffeinsätzen sieht dies bestimmte Fahrzeuge aus Wiesloch und Rauenberg sowie die dazugehörigen Mannschaften vor. In der ersten praktischen Übungseinheit, kurze Zeit darauf, wurden verschiedene Gerätschaften besprochen und der Umgang mit ihnen trainiert. Hierbei stand die zeitnahe und richtige Inbetriebnahme im Vordergrund. Eine der drei Stationen beinhaltete den Aufbau des Dekontaminationsbereichs, samt Dusche und Entkleidungsbehälter. Diese Gerätschaften mussten rasch vom Tanklöschfahrzeug, Rüstwagen und Gerätewagen Gefahrgut zusammengetragen werden, so dass der gesamte Bereich innerhalb von fünf Minuten einsatzbereit sein kann. Station 2 widmete sich der Pumpenkunde. Wichtig war dabei, die vorhandenen Pumpen ihren spezifischen Temperaturklassen zuzuordnen, die darüber bestimmen, welches Medium damit gepumpt werden kann. Gleichzeitig wurden Auffangbehälter und Fortleitungsgegenstände durchgesprochen. In der letzten Station stand das umfangreiche Abdichtungsmaterial im Fokus. Je nach Material und Beschaffung der Leckage können verschiedene Gegenstände herangezogen werden, um ein Leck abzudichten. Hierzu zählen unter anderem Keile, Hanffasern, eine spezielle Karosseriedichtmasse und Druckluft-Dichtkissen.


Bei zwei Übungseinsätzen durften die Feuerwehrleute aus Wiesloch und Rauenberg das Erlernte unter Beweis stellen. Hierzu traf man sich zur Halbtagesausbildung in Wiesloch. Im ersten Übungsszenario, welches im städtischen Bauhof durchgeführt wurde, diente der Übungscontainer der Berufsfeuerwehr Heidelberg als leckgeschlagener Transporter. Rasch sollte hier herausgefunden werden, um welchen Stoff es sich handelt und welche Eigenschaften er hat. Wie im Realeinsatz wurden verschiedene Trupps mit Chemiekalienschutzanzügen zur Erkundung und zum Abdichten geschickt. Schnell konnten diese herausfinden, worum es sich genau handelte. Gleichzeitig wurde die gesamte Infrastruktur für einen solchen Fall aufgebaut. Absperrung, Dekontaminationsbereich, dreifacher Brandschutz und Einsatzleitung gingen in rascher Abfolge in Betrieb. Nach etwas mehr als einer Stunde waren alle Übungsziele erreicht, so dass die Manöverkritik durchgeführt werden konnte.

Die zweite Einsatzübung führte die Feuerwehrleute zum Winzerkeller. Dort stand der Gerätewagen Transport als vermeintliches Lieferfahrzeug, welches leckgeschlagene Behältnisse geladen hatte. In diesem Fall stellte sich schnell heraus, dass der Stoff mit Löschwasser reagiert. Da die Handgriffe nun noch schneller saßen, konnte schon nach kurzer Zeit Entwarnung gegeben werden. Das Abdichten und Umlagern gelangen nun noch schneller. Nach einer abschließenden Manöverkritik konnte die erfolgreiche Ausbildung beendet werden. 

Bilder: Björn Dobroschke, Feuerwehr Malschenberg

Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Freitag, 13 März 2015
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