Rettungstag bot für jeden etwas

Feuerwehr hochzufrieden mit Verlauf | Ausbildung in der Unfallrettung und Informationsveranstaltung gleichermaßen ein Erfolg

Rettungstag bot für jeden etwas

In zufriedene Gesichter konnte man am Abend des 21. September blicken, als der Abbau des Wieslocher Rettungstages in vollem Gange war. Seit 8 Uhr am Samstagmorgen war ein reges Treiben auf dem Festplatz vor der Eishalle zu beobachten. Zunächst gehörte die Fläche fast ausschließlich den beteiligten Helfern, die letzte Aufbauarbeiten und erste Durchgänge in der Ausbildung absolvierten. Unter der Anleitung von Ausbildern wurden unterschiedliche Szenarien von den 60 Feuerwehrleuten trainiert. In sechs Stationen standen ein Unterfahrunfall, ein versetzter Frontalcrash, verschiedenartige Dach- und Seitenlagen, wie auch eine Station mit moderner Fahrzeugtechnik auf dem Plan. Überall herrschte fleißige Betriebsamkeit - mal krachte es an den Schrottfahrzeugen, weil die Rettungsspreizer Karosserieteile aus ihrer Form drückten, dann hallte wieder fröhliches Kinderlachen über den Platz. Nach und nach fanden sich  immer mehr interessierte Bürgerinnen und Bürger auf der Veranstaltung ein. Der Wettergott spendierte eigens sein bestes Herbstwetter.


Einiges hatte man sich bei der Feuerwehr für den Rettungstag einfallen lassen: Seinen Anfang nahm die vorletzte öffentliche Veranstaltung des 150-jährigen Jubiläums mit der intensiven Planungsphase vor mehr als eineinhalb Jahren. Zwei Monate vor der Veranstaltung wurde aus der Planung schließlich Gestalt in Form der „sichtbaren“ Vorbereitungen. Drei Tage dauerte letztlich der Aufbau auf dem Festplatz vor der Eisweinhalle. Verantwortlich für den Tag zeichnete der stellvertretende Abteilungskommandant der Wieslocher Feuerwehr, Michael Roth. Er entwickelte einen Projektplan und sorgte für die Koordination der Arbeiten. Zahlreiche Einzelschritte waren zur Verwirklichung des „Mammut-Projekts“ nötig. Unterstützt wurde Michael Roth durch die Männer und Frauen der Abteilungsfeuerwehr, die Jugendfeuerwehr sowie von zahlreichen externen Einrichtungen. Neben vielen kleinen Aufgaben mussten unter anderem 40 Schrottfahrzeuge herangeschafft und präpariert, die komplette Infrastruktur auf dem Platz eingerichtet und die Werbung organisiert werden. Die Fläche wurde schließlich so hergerichtet, dass sich parallel Feuerwehrleute weiterbilden und die Bevölkerung zum Thema Verkehrssicherheit sowie über die Arbeit der Hilfsorganisationen informieren konnte. Rundherum konnten die Besucher somit interessante Anlaufpunkte finden.
Wer den Platz südlich betrat, stieß direkt auf die Station „Publikumsschneiden“, bei der selbst einmal Hand an einer echten Rettungsschere angelegt werden konnte. Im Uhrzeigersinn reihten sich eine Fahrzeugausstellung, gefolgt von Infoständen der Polizei, der Feuerwehr und des Feuerwehr-Seelsorgeteams ein. Ein Bekleidungshersteller für Hilfsorganisationen  und Hersteller von Rettungsgeräten flankierten den Verpflegungsbereich. Selbst beim Verweilen dort konnte man sich in „relativer“ Ruhe einen Eindruck von der Ausbildung verschaffen. Biotec, ein Unternehmen mit Spezialgeräten zur Straßenreinigung, demonstrierte sein Können bei verschmutzten Fahrbahnen und sorgte damit für saubere Flächen auf dem Übungsgelände. Für die kleinen Besucher war zweifelsohne die Hüpfburg in der nord-westlichen Ecke ein beliebter Anlaufpunkt. Vom Toben dort war es dann nur ein kleiner Marsch zur Ausbildungsfläche im Zentrum des Platzes. Dabei kamen die Besucher am Infostand des Feuerwehr-Nachwuchses vorbei, der sich bei der Präsentation des ADAC Nordbaden befand. Über 60 Besucher versorgten sich dort mit der ADAC-Rettungskarte, für die intensiv geworben wurde. Betrieben wurde die Präsenz von den Freunden historischer Fahrzeuge Wiesloch e.V., als zuständiger Ortsclub. Dieser Stand bildete gemeinsam mit der Polizei einen wichtigen Baustein zum Thema Verkehrssicherheit. Ein historisches Straßenwacht-Gespann und zwei Stauberater mit ihren Motorrädern rundeten das Angebot des Verkehrsclubs ab. Die weiteren Wieslocher Hilfsorganisationen vom Deutschen Roten Kreuz und den Maltesern boten Informationen zum Thema Gesundheit und Notfallversorgung an. Beim DRK konnte am Dummy die Herzdruckmassage geprobt werden. Im Rahmen der Aktionswoche „Wiederbelebung“ ließen es sich auch der Wieslocher Oberbürgermeister Franz Schaidhammer und der Landtagsabgeordnete Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr nicht nehmen, hier für das Leben zu „drücken“. Die Malteser informierten unter anderem über das Projekt First Responder und ihre Jugendarbeit. Mit diesem breit aufgestellten Programm konnte für jeden Geschmack etwas geboten werden. Bei den Ausbildungseinheiten durfte einmal mehr hinter die Kulissen des Feuerwehrdienstes geschaut  werden – Moderationen sorgten dafür, dass die Vorgehensweise der Retter für das Publikum verständlich wurde. Dabei wurden auch wichtige Themen der Verkehrssicherheit nicht ausgespart. Die Gefahr, ausgehend von „Ablenkung im Straßenverkehr“ oder dem „Missachten der Tragepflicht des Sicherheitsgurts“ wurde anhand von Statistiken und Beispielen aus dem Einsatzalltag der Feuerwehr erläutert .
 
Einen Höhepunkt des Tages bildete die feierliche Übergabe des neuen Rüstwagens (RW) am Mittag. Bürgermeisterin Ursula Hänsch, Stadtbrandmeister Peter Hecker und Abteilungskommandant Jürgen Bodri erläuterten den Werdegang der Beschaffung. Die Bedeutung des „Arbeitsgeräts“ Rüstwagen für Bevölkerung und Feuerwehr selbst stand dabei im Vordergrund. 430.000 Euro kostete das 290 PS starke Fahrzeug, abzüglich eines Landeszuschusses in Höhe von 153.000 Euro. In einer anschließenden Darbietung wurde der RW von seinem Vorgänger-fahrzeug aus einem verhüllten Tor herausgezogen. Diskonebel, Feuerwerk und eindrucksvolle Musik sorgten für Spannung und untermalten die offizielle Indienststellung. Gekonnt begleitet wurde die gesamte Übergabe durch den Musikverein Baiertal. Das Technische Hilfswerk Wiesloch-Walldorf hatte eigens für die Zermonie am Tag zuvor das große Gerüst aufgestellt. Neben der „Schrottauto-Logistik“ hatten die Helfer in Blau damit einen großen Anteil zum Gelingen des Rettungstags beigetragen. Grußworten von Politik und Aufsichtsbehörde folgten die Weihe des Rüstwagens durch den katholischen Diakon Stefan von Rüden und die Segnung der Mannschaft durch seine evangelische Kollegin Sonja Kantus.

Die Verantwortlichen ziehen ein positives Fazit des Wieslocher Rettungstages. Teilnehmer der Verkehrsunfall-Ausbildung, wie auch Besucher und geladene Ehrengäste sparten nicht mit Lob für die Veranstaltung.

Seinen herzlichen Dank möchte die Feuerwehrführung an das THW Wiesloch-Walldorf, den Städtischen Bauhof Wiesloch, die Lackiererei Schüttler und an Biotec Umweltservices GmbH richten. Diese hatten sich in besonderer Weise um den Rettungstag verdient gemacht. Ebenso sei allen herzlich gedankt, die den Rettungstag durch Spenden oder auf andere Weise möglich gemacht haben.

Zum Gelingen des Tages trugen außerdem die folgenden Firmen und Institutionen bei:

•    Consultiv AG
•    DRK-Ortsverein Wiesloch
•    EnbW AG
•    Ensinger Mineral-Heilquellen GmbH
•    Freunde historischer Fahrzeuge Wiesloch e.V., Ortsclub d. ADAC    
•    Hettinger Sportwagen GmbH
•    Jakob Schober GmbH
•    Lentner GmbH 
•    LUKAS Hydraulik GmbH
•    Malteser Wiesloch
•    Metzgerei Hörner
•    Musikverein Baiertal
•    Polizeidirektion Heidelberg, Verkehrserziehung
•    Sandritter Transport GmbH
•    Steinhauser Transporte GmbH und Co.KG
•    Tari -Bikes e.K.
•    Waibel Elektro-Anlagen GmbH
•    WEBER-HYDRAULIK GmbH 

Weitere Berichte und Videos sind hier zu finden:

Rettungstag

Rhein-Neckar-Zeitung (PDF)

wiwa-lokal.de

Feuerwehr St.Leon

Feuerwehr Malsch

Übergabe Rüstwagen
wiwa-lokal.de

JFFFMar_youtube.com

Bilderstrecke
Galerie Feuerwehr Wiesloch

Wir danken den Fotografen Reinhold Hirth, Thomas Junkert, Jakob Roth, Michael Raab, Dr. Adolf Suchy und Thomas Knierim.

Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Samstag, 23 November 2013
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