Beim Berufe-Aktionstag zu Gast

Infostand der Freiwilligen Feuerwehr | Fragen zum Ehrenamt und Ausbildung bei einer Berufsfeuerwehr beantwortet

Beim Berufe-Aktionstag zu Gast

Letzte Woche nahm eine kleine Abornung der Abteilung Wiesloch am Berufe-Aktionstag der Gerbersruhschule teil. Den Schülern wurden am Vorausrüst/- und Einsatzleitwagen Fragen zur Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr Wiesloch und zu den Einstiegsmöglichkeiten bei einer Berufsfeuerwehr beantwortet. Nähere Informationen zum Tag selbst sind in der Berichterstattung der Rhein-Neckar-Zeitung etwas weiter unten zu finden.

Wie ist die Feuerwehr in Wiesloch aufgestellt?

In der Kernstadt Wiesloch sorgen 76 Männer und Frauen aus der Einsatzabteilung für den Schutz der Bevölkerung (Stand 2015). Davon sind 73 Mitglieder freiwillige Angehörige, drei Kameraden sind hauptamtlich Beschäftigte der Stadt Wiesloch. Drei weitere Feuerwehrabteilugen gibt es in den Stadtteilen Baiertal, Schatthausen und Frauenweiler. Näheres zur Organisation (Link).

Einige Mitglieder haben die Motivation für ihr Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr Wiesloch, Abteilung Wiesloch hier beschrieben. Wer sich für einen Einstieg interessiert, kann sich gerne an die Verantwortlichen der Wehr wenden (Link).

Warum gibt es in Wiesloch keine Berufsfeuerwehr?

Laut Feuerwehrgesetz (FwG) ist in Baden-Württemberg erst ab einer Einwohnerzahl von mehr als 100.000 eine Berufsfeuerwehr einzurichten (Link). Dies gilt zum Beispiel für Heidelberg, Mannheim und Karlsruhe. Außerdem gibt es im Land fünf weitere Berufsfeuerwehren. Zugangsvoraussetzungen für den Dienst bei der Berufsfeuerwehr sind unter anderem die körperliche Eignung und eine abgeschlossene technische Berufsausbildung.

Wer sich für einen Einstieg bei der Berufsfeuerwehr interessiert, kann sich anhand des Beispiels der Feuerwehr Mannheim informieren (Link). Eignungstests und Zugangsvoraussetzungen sind zum Teil jedoch unterschiedlich und müssen individuell angefragt werden. Ein Tipp hierzu: Einfach die jeweiligen Internetauftritte der Gemeinden oder Feuerwehr besuchen.

Berichterstattung der Rhein-Neckar-Zeitung zum Berufe-Aktionstag an der Gerbersruhschule Wiesloch:

Perfekter Schnupperkurs für die spätere Ausbildung

Berufe-Aktionstag an der Gerbersruhschule stieß auf großes Interesse/mehr als 100 Jugendliche nahmen teil

Wiesloch. (hds) Die Feuerwehr stand schon am frühen Vormittag vor der Tür, allerdings nicht bei einem echten Einsatz. Vielmehr war das Fahrzeug der Freiwilligen Wehr der Weinstadt beim Berufe-Aktionstag an der Gerbersruhschule ein optischer Blickfang. Bereits zum vierten Male hatte das Team um Techniklehrer und Koordinator der Veranstaltung, Jens Menzel, mehr als 100 Schülerinnen und Schüler der Werkrealschule eingeladen, sich an dieser interaktiven Berufsorientierung zu beteiligen. Über mehrere Stunden bestand die Gelegenheit, nicht nur in die angebotenen Berufsfelder hinein zu schnuppern, vielmehr – und dies ist die Intention der Veranstalter – auch selbst Hand anlegen. Mehr als 20 Unternehmen aus der Region waren auch in diesem Jahr wieder dabei, um für die entsprechenden Berufsbilder Informationen zu liefern. So konnten an Fahrrädern montiert werden, der Beruf des Bäckers wurde im wahrsten Sinn des Wortes schmackhaft gemacht, Blumenbinden stand ebenfalls auf dem Programm und ergänzt wurde das vielfältige Angebot beispielsweise noch von den Bereichen Metallbau, Lackierer und Drucker.
Gemeinsam mit den Unternehmen war in der Turnhalle ein Parcours aufgebaut worden, den die Schülerinnen und Schüler zu absolvieren hatten. Jeweils sechs Minuten verblieben an den einzelnen Stationen, um sich mit den Anforderungsprofilen vertraut zu machen. „Wir haben diesmal bewusst die Mädchen und Jungs getrennt losgeschickt und dies mit einem Hintergedanken“, informierte Schulleiterin Barbara Kröhn. Denn so konnte sich das „starke Geschlecht“ auch, und dies dann eher unbeobachtet von den Klassenkameradinnen, im Bereich Hauswirtschaft betätigen, selbst zum Bügeleisen greifen und auch beim Blumenbinden Geschicklichkeit beweisen. Mit einer Stoppuhr wurde die Verweildauer überprüft und so herrschte in der Turnhalle ein emsiges Treiben, das indes nicht in Hektik ausartete. Außerdem wurde noch für ausgewählte Schüler ein „Minipraktikum“ bei der Bäckerei Rutz und das Üben eines Vorstellungsgesprächs bei REWE in das Programm eingebaut. Wichtig, so die Initiatoren, sei die Kombination zwischen Theorie und Praxis und auch die Vorbereitung für die im März dieses Jahres anstehenden Praktika gehörte mit zu Zielsetzungen. „Hier besteht die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, um so nicht gänzlich unvorbereitet ein Praktikum antreten zu müssen“, meinte Kröhn.
Aber es war nicht nur das Geschehen in der Turnhalle selbst, auch Workshops, die von der Handwerkskammer und der IHK angeboten wurden, stießen auf Interesse. Vor allem die Perspektiven, die sich nach einer bestimmten Ausbildung für die Jugendlichen eröffnen, standen dabei im Mittelpunkt des Interesses. Mit einem speziellen Test wird der Berufe-Aktionstag nachgearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler stellen dabei im Multiple-Choice-Verfahren ein Profil ihrer wichtigsten Schlüsselqualifikationen und Berufsinteressen. Die Auswertung mit Vorschlägen für passende Ausbildungswege ehrhalten sie dann zeitnah. „Für uns ein zusätzliches Hilfsmittel, auch wenn wir Geld dafür zahlen müssen“, unterstrich Barbara Kröhn. Der Test wurde vom geva-Institut entwickelt und trägt demzufolge auch diesen Namen. Nach Worten Kröhns geht es dabei in erster Linie um die Zusammenfassung von Neigungen und Basisqualifikationen, ein wichtiges Hilfsmittel für die spätere Berufswahl. Auch seitens der Hubert-Sternberg-Schule (Berufsschule) waren Vertreter anwesend, um an einem Informationsstand über die künftigen Herausforderungen Rede und Antwort zu stehen.
Von entscheidender Bedeutung ist auch die Einbeziehung der Eltern. So habe man viele positive Rückmeldungen auf den Berufe-Aktionstag erfahren. Und für das kommende Jahr reifen bereits jetzt neue Ideen. „Wir planen, einen funktionsfähigen Pizzaoffen aufzustellen. Das macht sicherlich nicht nur Spaß, sondern sorgt zudem noch für tolle Gerüche innerhalb unseres Parcours“, blickte Koordinator Jens Menzel bereits jetzt in die Zukunft. Das Fazit: es hat allen viel Spaß gemacht, die Jugendlichen waren mit Begeisterung bei der Sache und seitens des Organisationsteam wurde mal wieder eine tolle Vorbereitung geleistet. 

Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Freitag, 30 Januar 2015
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