Wieslocher Feuerwehr ist immer stärker gefordert

Zahlreiche Ehrungen und Beförderungen am Kameradschaftsabend der Kernstadt-Abteilung

Wieslocher Feuerwehr ist immer stärker gefordert
„Unsere Statistik zählt aktuell 222 Einsätze, Ende vergangenes Jahr waren es insgesamt 212.“ Mit eindrucksvollen Zahlen brachte Jürgen Bodri, Abteilungskommandant der Wieslocher Feuerwehrabteilung, auf den Punkt, dass 2018 bereits reichlich Arbeit auf die Ehrenamtlichen wartete. Bodri hieß die Angehörigen seiner Abteilung am vergangenen Samstag zum Kameradschaftsabend in der PZN-Festhalle willkommen. Die Frauen und Männer der Einsatzmannschaft waren dort mit ihren Partnern und Partnerinnen zusammen gekommen, um ihr Ehrenamt zu feiern. Hinzu kamen die Kinder und Jugendlichen aus der Jugendfeuerwehr und die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung.
 
Auch zahlreiche Ehrengäste waren der Einladung der Wehr gefolgt. Seitens der Stadtverwaltung konnte Jürgen Bodri Oberbürgermeister Dirk Elkemann, Ordnungsamtsleiterin Veronika Hess und Stadtbrandmeister Peter Hecker begrüßen. Für den Deutschen Feuerwehrverband nahm Orhan Bekyigit an der Versammlung teil. Die Kreisfeuerwehrführung vertraten Unterkreisführer Jürgen Förderer und sein designierter Nachfolger Michael San José sowie die stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin Eva Nicolai. Außerdem weilten die beiden Ehrenkommandanten Rainer Kircher und Gerolf Sauer unter den Gästen. Für die Nachbar- und Werkfeuerwehren waren die Kommandanten Julian Haupt (Feuerwehr Rauenberg) sowie Michael Milker (Werkfeuerwehr PZN) gekommen. Andreas Linke vertrat das THW Wiesloch-Walldorf. Nicht fehlen durfte selbstverständlich das Patenkind der Feuerwehr, Jacqueline Brixner mit ihrer Familie.
 
In seiner Ansprache verwies Abteilungskommandant Jürgen Bodri auf das vielfältige Wirken der Wehr, die „immer mehr gefordert“ ist und auf die „Notwendigkeit die Motivation der Feuerwehrangehörigen nicht nur zu erhalten, sondern weiter zu fördern und zu steigern.“ Bodri unterstrich, dass „diese Herausforderung nicht damit gelöst werden kann, indem man jemanden Geld dafür zahlt, der Einsätze bewältigt und damit für unsere Sicherheit sorgt. Die Leistungsfähigkeit funktioniert heute in Wiesloch aus rein ehrenamtlicher Motivation.“ Er sieht „Verbesserungsmöglichkeiten“, gerade dann, „wenn mehrfach Einsätze in bestimmten Objekten stattfinden und abgestellt werden müssen“ oder im Bereich der Technik, „wo man dafür sorgen muss, dass nicht kaputtes oder nur teilweise funktionierendes Material die Motivation bremst.“ Zahlreiche Maßnahmen, um den „Spaß an der Sache“ zu erhalten, beschrieb Bodri in seiner Rückschau. Dazu zählten Veranstaltungen und Ausflüge im Rahmen der „Feuerwehrfamilie“ sowie die Aus- und Fortbildung der Einsatzabteilung. „Ich bin davon überzeugt - dass wir mit unserer Mannschaft so gut aufgestellt sind, uns den zukünftigen Aufgaben zu stellen“, so Bodri zusammenfassend. Er dankte am Ende seiner Ausführungen allen Kameradinnen und Kameraden sowie deren Partnern und Partnerinnen.
Nach einem gemeinsamen Abendessen folgten Grußworte. Oberbürgermeister Dirk Elkemann, Unterkreisführer Jürgen Förderer und Stadtbrandmeister Peter Hecker drückten den Feuerwehrleuten ihre Anerkennung aus. OB Elkemann dankte für das Engagement und beschrieb, dass die hervorragende Arbeit der Wehr in Wiesloch und durch Unterstützung auch in Umlandgemeinden durch Dankesbekundungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie von seinen Amtskollegen an ihn herangetragen wird. „Nehmen Sie uns beim Wort, dass es uns wichtig ist, dass sie für ihren Job adäquat ausgestattet sind“, so das Stadtoberhaupt in seiner Rede.
 
Ehrungen und Beförderungen für langjährige Mitgliedschaften und absolvierte Lehrgänge beschlossen den offiziellen Teil des Abends. Zunächst wurden in Marcel Schneider und Nico Klimmeck zwei Jugendfeuerwehrangehörige in die Einsatzabteilung übergeben. Es folgten weitere Beförderungen, wie die in den Dienstgrad Feuerwehrfrau beziehungsweise -mann für Lena Achsenick und Alexej Herdt. Sandra Busch wurde zur Oberfeuerwehrfrau befördert, Michael Roth zum Oberlöschmeister. Marco Friz und Manuel Hecker stiegen in den Dienstgrad Brandmeister auf. Matthias Eberle und Ronald Martin, als seit diesem Jahr amtierende stellvertretende Stadtbrandmeister, bekleiden künftig den Dienstgrad Hauptbrandmeister.
Ehrungen wurden Nils Förderer, Jonas Mittenzwei, Katharina Paul, Jochen Ulmer und Niclas Waibel zuteil. Seit zehn Jahren sind sie Mitglied in der Wieslocher Abteilungsfeuerwehr.
Darüber hinaus erhielt Niclas Waibel, Jugendfeuerwehrwart der Wieslocher Jugendfeuerwehr, von der stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwartin Eva Nicolai die Ehrenmedaille in Silber der Jugendfeuerwehr Rhein-Neckar-Kreis.
Aus den Händen von Unterkreisführer Jürgen Förderer und seinem designierten Nachfolger Michael San José erhielten Dirk Burkhardt und Markus Penninger die Verdienstnadel in Gold des Kreisfeuerwehrverbands Rhein-Neckar, für ihre zehnjährige Ausbildertätigkeit auf Unterkreisebene. Philipp Scheidter erhielt für 15-jährige Mitgliedschaft eine staatliche Ehrung des Landes Baden-Württemberg. Ihm wurde das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze überreicht. Sebastian Hodapp und Georg Hirsch wurden für 20 Jahre Tätigkeit gewürdigt. Das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber für seine 25-jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr erhielt Thomas Mantz.

Besonders gestalteten sich die letzten Ehrungen des Abends. Für seinen unermüdlichen Einsatz als Unterkreisführer der Feuerwehren im Bereich Wiesloch wurde Jürgen Förderer mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet. Orhan Bekyigit überreichte diese bedeutsame Auszeichnung im Auftrag des Deutschen Feuerwehrverbands und hielt eine Laudatio auf Jürgen Förderer. Der ehemalige Gerätewart und stellvertretende Stadtbrandmeister a. D. Rolf Krämer erhielt eine Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Wehr. Ehrenkommandant Rainer Kircher wurde für seine 65-jährige Mitgliedschaft gewürdigt. Dabei ging Jürgen Bodri auf seine zahlreichen Verdienste, wie zum Beispiel das Projekt „neue Rettungswache“ oder die Gründung der Jugendfeuerwehr ein. Dies veranlasste die Jugendfeuerwehr durch ihren Jugendwart Niclas Waibel zu einer weiteren Würdigung. Künftig wird der Jugendraum im Feuerwehrhaus den Namen Rainer-Kicher-Saal tragen, wozu die Jugendfeuerwehr das künftige Türschild an Rainer Kircher übergab. Jürgen Förderer, Rolf Krämer und Rainer Kircher wurde durch stehende Ovationen die Wertschätzung aller Anwesenden zuteil.
 
Nach dem offiziellen Teil ließ man sich durch ein kurzweiliges Programm unterhalten. Zunächst trat eine Tanzgruppe des TV Dielheim auf. Ihnen folgten die „Magic Firefighters“. Die Gruppe aus jüngeren Feuerwehrmitgliedern hatte sich wieder seit den Sommermonaten auf ihren Auftritt vorbereitet und schon zum fünften Mal den Hauptteil des inoffiziellen Teils gestaltet. Verschiedene Darbietungen, wie zum Beispiel ein digitales Schattentheater, ein Musikvideo, Tänze und eine eigene Zaubershow sorgten für Begeisterungsstürme und tobenden Applaus. Ein großes Dankeschön der Abteilungsführung gilt verschiedenen Unterstützern. Dazu zählen die Kameraden der Werkfeuerwehr PZN, die erneut die logistische Unterstützung bei der Ausrichtung des Abends übernahmen sowie den Magic Firefighters und dem TV Dielheim für deren Auftritte. Dank gilt ebenso der Küchengemeinschaft für das Ausschmücken des Festsaals sowie der Nachbar-Feuerwehr Walldorf- und den Abteilungsfeuerwehren für die Übernahme der Einsatzbereitschaft, sowie die Übernahme des Fahrdienstes.
 
 
 
Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Donnerstag, 01 November 2018
Gelesen 755