Rauchentwicklung aus Produktionsgebäude

Jahreshauptübung der Feuerwehr bei IML

Rauchentwicklung aus Produktionsgebäude

Zur Jahreshauptübung der Abteilungsfeuerwehr Wiesloch kamen am vorvergangenen Samstag die Angehörigen der Einsatzabteilung zusammen. Zwar war den Frauen und Männern laut Dienstplan klar, dass die sogenannte Hauptübung bevorsteht, was sie zu erwarten hatten, war ihnen allerdings unbekannt. Bevor am 29. Juli der Abschluss der diesjährigen Brandbekämpfungs-Ausbildung anstand, hatten die ehrenamtlichen Angehörigen der Einsatzmannschaft Vorarbeit geleistet. In drei Ausbildungseinheiten frischten die Kräfte im Juni und Juli ihre Kenntnisse auf. Dazu zählte das richtige Anwenden von tragbaren Leitern, das standardmäßige Vorgehen bei Brandeinsätzen und der Atemschutzeinsatz. In Stationsausbildungen wurde vom Ausbildergsteam gesteigerter Wert auf Grundlagen gelegt.

Am vergangenen Samstag, Punkt 14 Uhr, rief die Übungsleitung nun den Löschzug in den Großeinsatz. „Unklare Rauchentwicklung bei der Firma IML, Parkstraße 33“, lautete die Alarmierung für die bereitstehende Mannschaft. Nach und nach rückten Einsatzleitwagen, Löschgruppenfahrzeug, Drehleiter, Tanklöschfahrzeug und ein zweites Löschgruppenfahrzeug in den Westen der Stadt aus. Als sie am „Brandobjekt“ angekommen waren, konnten die Teilnehmer bereits erkennen, was auf sie warten sollte. Dichte „Rauchschwaden“ drangen aus dem Produktionsbereich von IML. Um auf das Firmengelände zu gelangen, musste jedoch eine erste Aufgabe absolviert werden. Vor dem Eingangstor sollte eine bereitgestellte Eisenstange durchtrennt werden. Als die Kräfte das Hindernis überwunden hatten, konnte der eigentliche Ablauf beginnen. Wie Einsatzleiter Jürgen Bodri von den gemimten Polizisten erfahren durfte, war von einem Einbruch auszugehen, in dessen Folge die „Täter“ Feuer legten. Aufgrund der schnellen Ausbreitung der Flammen galten drei Personen als vermisst.

Rasch nach dem Erfassen der Lage starteten Löschangriff und Menschenrettung über das Hallentor. Mehrere Trupps unter Atemschutz drangen durch diesen Zugang in den Produktionsbereich vor. Zusätzlich galt es Drucklüfter in Stellung zu bringen, einen Sicherheitstrupp bereit- und die Wasserversorgung sicherzustellen. Hand in Hand nahmen diese Maßnahmen ihren Lauf. Etwas abgewandt vom Produktionsbereich ging die Drehleiter in Stellung, um einen auf dem Dach befindlichen „Einbrecher“ zu retten. Dieser hatte sich laut Übungsszenario verletzt auf das Hallendach geflüchtet, ohne die Flucht antreten zu können. Bereits nach wenigen Minuten brachten die Maßnahmen den gewünschten Erfolg, die Rettung der ersten vermissten Person. Mit dem weiteren Vorrücken durch die Räumlichkeiten setzte sich das Auffinden der weiteren Vermissten fort. Die vernebelte Halle machte dieses Vorrücken zur Herausforderung – die Hochleistungsnebelmaschine der Werkfeuerwehr Heidelberger Druckmaschinen leistete ganze Arbeit.

Nachdem alle Übungsziele erfüllt waren, kamen die Frauen und Männer zur sogenannten Manöverkritik zusammen. Gemeinsam arbeiteten sie die Übung auf und besprachen Verbesserungspotenziale. Geschäftsführer Erich Hunger erläuterte im Anschluss den Firmenzweck und bedankte sich bei den Teilnehmern der Übung. „Dank Ihnen und Ihrer professionellen Arbeit können wir Unternehmer nachts ruhiger schlafen – ich danke Ihnen.“, so Hunger bei seiner Ansprache. Der IML-Geschäftsführer ließ es sich im Anschluss nicht nehmen, eine Spende an Abteilungskommandant Jürgen Bodri zu übergeben. Der Betrag wurde am gleichen Abend dazu verwandt, das Sommer-Grillfest der Wehr zu finanzieren.

Jürgen Bodri bedankte sich zum Ende der Veranstaltung bei Herrn Hunger für die Bereitschaft, sein Firmengelände zur Verfügung zu stellen und für die Spende an die Wehr. Außerdem dankte Bodri seiner Mannschaft und dem für die Brandbekämpfung zuständigen Ausbilderteam um Michael San José, Jochen Ulmer, Rouven Klemisch, Dennis Friz, Joachim Lauer, Katharina Paul, Dirk Burkhardt und Marco Friz.

Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Sonntag, 06 August 2017
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