Zivilcourage ausgezeichnet

Doris Rennig aus Kraichtal wurde kürzlich im Rathaus geehrt - Ersthelfer kamen abgestürzter Person zur Hilfe

Hintergrund: Am 21. Januar 2015 wurde die Wieslocher Feuerwehr zu einer Personenrettung an den Leimbach in der Innenstadt gerufen (Link). Zwei Ersthelfer kümmerten sich dort bereits um eine verletzte Person - darunter Thomas Hörner, Metzgermeister und Mitglied der Wieslocher Abteilungsfeuerwehr. In der letzten Woche wurde die zweite Helferin, Doris Rennig, in einer kleinen Feierstunde für ihre Zivilcourage geehrt. Thomas Hörner lehnte diese besondere Ehrung für sich zwar dankend ab, wohnte der Ehrungszeremonie im Rathaus aber gerne bei. Hierzu ein Artikel der Rhein-Neckar-Zeitung vom 30. März:

 

„Da gehst du jetzt runter und hilfst"

„Beistehen statt rumstehen": Doris Rennig wurde für ihr mutiges Einschreiten am Leimbach geehrt

 

Wiesloch (hds) „Wir kommen oft und gerne nach Wiesloch zum Einkaufen“. Und so war Doris Rennig aus Kraichtal bei Bruchsal auch am 21. Januar dieses Jahres mit ihrem Mann unterwegs, als sie im Bereich der Torbrücke beobachten musste, wie ein Mann über die Brüstung stürzte und am Ufer des Leimbachs regungslos liegen blieb. „Für mich war sofort klar, da gehst du jetzt runter und hilfst“, schilderte sie jetzt bei einer kleinen Feierstunde im Rathaus der Weinstadt. Sie wurde im Rahmen der Aktion „Beistehen statt rumstehen“, einer Initiative der Kommunalen Kriminalprävention, an der der Rhein-Neckar-Kreis sowie die Städte Heidelberg und Mannheim beteiligt sind, geehrt. Die Aktion orientiert sich inhaltlich an der bundesweiten Kampagne „Tu Was“.

Obwohl, und dies wurde auch von der Feuerwehr bestätigt, fast 100 Schaulustige den Vorfall beobachtet hatten, war Doris Rennig die Einzige, die sofort die Initiative ergriff. „Es war kalt und der Mann, der dort lag, drohte zu unterkühlen“, berichtete sie. Sie kletterte an den Rand des Bachs, ein nicht ungefährliches Unterfangen, denn sie musste unter einer flachen Unterführung hindurch, um zu dem Verletzten zu gelangen. „Der junge Mann machte auf mich einen verwirrten und hilflosen Eindruck“, blickte sie zurück. Sie versorgte ihn mit einer Decke und wartete noch die Hilfsaktion der Feuerwehr ab,die den Verletzten dann mit einer speziellen Korbtrage bergen und in ein Krankenhaus einliefern konnte. Glücklicherweise erwiesen sich seine Verletzungen als nicht schwer.

Voll des Lobes waren Wieslochs Bürgermeister Ludwig Sauer, der Leiter des Polizeireviers Wiesloch, Uwe Schrötel, sowie der Geschäftsführer des Vereins Kommunale Kriminalprävention, Günther Bubenitschek. „Was Sie geleistet haben, ist keine Selbstverständlichkeit“, so der Tenor. Mit der Aktion „Beistehen statt rumstehen“ soll laut Bubenitschek der Gedanke der Solidarität und des Helfens gefördert werden. Gefordert sei nicht Heldentum. Vielmehr sollten Situationen erkannt und die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden. „Im speziellen Fall von Doris Rennig kam alles zusammen. Sie erkannte die Notlage, versicherte sich, dass die Rettungskräfte alarmiert waren, und begab sich unverzüglich zu dem Verletzten“, lobte der Kriminalhauptkommissar. Überreicht bekam sie Blumen, eine Urkunde und ein Päckchen mit Wiesloch-Talern. „Damit Sie wieder zu uns zum Einkaufen kommen und mit offenen Augen durch die Stadt gehen“, meinte Ludwig Sauer.

Autor: Hans-Dieter Siegfried, Rhein-Neckar-Zeitung

Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Montag, 30 März 2015
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