REWE ist nun ganz offiziell „Partner der Feuerwehr“

Zur Gesamthauptversammlung aller Wieslocher Abteilungsfeuerwehren versammelten sich am vergangenen Freitag die Feuerwehrangehörigen.
Zur Begrüßung schritt Stadtbrandmeister Peter Hecker, der Alt und Jung gleichsam in der Innenstadtwache willkommen hieß. Auch einige Ehrengäste folgten der Einladung nach Wiesloch. Für den Kreisfeuerwehrband Rhein-Neckar Kreis dessen Vorsitzender Hans-Joachim Gottuck, Wieslochs Bürgermeisterin Ursula Hänsch, die für die Feuerwehr zuständige Fachbereichsleiterin Diana Fessler, Rauenbergs stellvertretender Gesamtkommandant  Julian Haupt, die Ehrenkommandanten aller Abteilungen sowie Andreas Schmidt, Regionsleiter der REWE Zweigniederlassung Südwest. Zur Einstimmung zeigte Hecker den Imagefilm der Kreisfeuerwehr, in dem die Wieslocher Feuerwehr auch einige Male zu sehen ist. Ihm folgte der Bericht des Feuerwehrkommandanten, wonach zum Ende des vergangenen Jahres 275 Floriansjünger in Wiesloch Dienst tun. 152 Frauen und Männer engagieren sich in den Einsatzmannschaften, 101 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr und 22 „Feuerwehr-Veteranen“ in den Alters- und Ehrenabteilungen.
Den Zahlen schloss Peter Hecker ein Dankeschön für die geleistete Arbeit aller Helfer an. Bei 181 Einsätzen zu allen Tages- und Nachtzeiten hatten die Kräfte Hilfe zu leisten. Auf einige „größere“ Einsatzgeschehen ging Stadtbrandmeister Hecker in der Folge direkt ein. „Der Einsatz in der Schillerschule hat dabei sehr an unserer Ehre gekratzt“, unterstrich Peter Hecker. Durch Brandstiftung war dort ein ganzer Spielplatz in Schutt und Asche gelegt worden, wobei Stimmen aufkamen, die Feuerwehr sei „viel zu spät“ zum Löschen eingetroffen. Mithilfe von Notrufprotokollen konnte die Feuerwehr ihren raschen Einsatz jedoch minutengenau dokumentieren. Besonders die zahlreichen Verkehrsunfälle und die dabei „vorgetragene Arbeit“ beeindruckten Hecker sehr. „Unsere Arbeit zeigt mir ein ums andere Mal, dass Finanzmittel, Zeit, Ausbildung und Nerven vertretbare Zutaten für unseren Einsatzerfolg sind“, fasste er sein Meinungsbild zusammen. Abschließend stellte der Feuerwehrchef den neuen hauptamtlichen Gerätewart Michael Schumacher vor.
Stadtjugendfeuerwehrwart Gerd Kirschenlohr berichtete über die Arbeit der Jugendabteilungen. In 899 Gruppenstunden wurde der Nachwuchs demnach an die Arbeit der Feuerwehr herangeführt. Zu gemeinsamen Aktionen zählten die Christbaumsammlung sowie die Beteiligung am Ferienspaß. Das erste Mal konnte in Wiesloch das nach einer Reform eingeführte höchste Jugendfeuerwehrabzeichen absolviert werden. Einem Nachruf auf den verstorbenen Jugendfeuerwehrwart aus Frauenweiler, Martin Förster, ließ Kirschenlohr den Dank für die Unterstützung der Einsatzabteilungen folgen.Eine besondere Ehre wurde nun einem der größten Arbeitgeber der Weinstadt zu teil. Zum „Partner der Feuerwehr“ wurde die hier angesiedelte Niederlassung des Handelskonzerns REWE ernannt. Wie der Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende Hans-Joachim Gottuck verdeutlichte, besteht die Zusammenarbeit zwischen REWE und der Wieslocher Feuerwehr schon seit Jahrzehnten. Nicht nur durch die Freistellung von Floriansjüngern für den Einsatz- und Übungsdienst zeichnet sich das Unternehmen dabei aus. Bereits zum zweiten Mal stellte REWE einen Kommandowagen für die Feuerwehr bereit, im letzten Jahr konnte das Fahrzeug bereits übergeben werden. „Mit der Aktion Partner der Feuerwehr möchte der Deutsche Feuerwehrverband auf das Problem der Freistellung von Arbeitnehmern hinweisen und engagierte Betriebe auszeichnen,“ war von Hans-Joachim Gottuck zu hören. Andreas Schmidt, Regionsleiter der REWE Zweigniederlassung Südwest, bedankte sich im Namen des Unternehmens für die Auszeichnung. Er betonte, „das umsichtige Handeln der Feuerwehr hat uns beim Rechenzentrumsbrand vor zwei Jahren einen großen Lieferengpass und damit einhergehenden Schaden erspart“. Als engen Verknüpfungspunkt sah er die Farben Rot und Weiß, die sich sowohl bei der Feuerwehr, als auch bei REWE „wiederfinden“ würden. Neben einigen bereits erfolgten Verbesserungen im Brandschutz kündigte Schmidt auch weiterhin die Unterstützung des Arbeitgebers an.
Bürgermeisterin Ursula Hänsch bedankte sich beim ehemaligen stellvertretenden Abteilungskommandanten Matthias Eberle. Eberle hatte die Aufgabe im Januar nach zehnjähriger Führungsarbeit in neue Hände gegeben. Ursula Hänsch sprach ihm Respekt für diese Tätigkeit aus, die „aller Ehren wert sei“. Anschließend dankte Hänsch für die Arbeit der Feuerwehrangehörigen. Demonstrativ zeigte sie dabei die Verbundenheit mit der Wehr, in dem sie der Versammlung im „Feuerwehr-Poloshirt beiwohnte. Da sich die Feuerwehr in einer großen Meinungsumfrage erneut als Sieger im Bevölkerungsvertrauen herauskristallisierte, stellte die Bürgermeisterin fest: „Sie stehen völlig zu Recht an der ersten Stelle!“. In gewohnter Art und Weise richtete Ehrenkommandant Rainer Kircher einige Worte an die Feuerwehrleute. Er verwies mit großer Sorge auf die geplante „EU-Arbeitszeitrichtlinie“ nach der künftig auch ehrenamtliche Tätigkeiten in das Arbeitszeitmaxium von 48 Stunden pro Woche eingerechnet werden sollen. Sein Appell an Verwaltung und Feuerwehr war, dass man „da dran bleibe“ und dies mit allen Mitteln zu verhindern wissen solle, da sonst die Feuerwehrhäuser abgeschlossen werden könnten. Wie am Rande der Veranstaltung zu erfahren war, hat sich dem Thema aktuell die Interessenvertretung der deutschen Feuerwehren angenommen.
Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Dienstag, 03 April 2012
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