Orkan Xynthia sorgte für Unruhe

Wer am vergangenen Sonntag einen Spaziergang im Freien wagte, der musste sich besonders in Acht nehmen. Das außertropische Tiefdruckgebiet Xynthia zeigte nämlich auch in Wiesloch seine Auswirkungen. Einige Male wurde auch Wieslochs Feuerwehr durch den Orkan beschäftigt. Nach einem Fehlalarm am Sonntag Morgen wurden die ehrenamtlichen Helfer zur Mittagszeit in die Straße zum Keitelberg gerufen. Dort hatte sich durch den starken Wind eine Freileitung von den Strommasten gelöst und hing bedrohlich auf den Zufahrtsweg des dortigen Aussiedlerhofs. Für Spaziergänger herrschte in diesem Bereich höchste Lebensgefahr. Gemeinsam mit der Polizei und dem Bereitschaftsdienst von ENBW wurde das Hindernis stromfrei geschaltet und beseitigt. Am Abend wurde das Windspiel auf dem Hoschketkreisel gesichert. Durch den anhaltenden Sturm mussten einige Teile des Kunstwerks demontiert werden, um eine Gefährdung des Verkehrs zu vermeiden. Im Anschluss daran beseitigten die Mannschaften Bäume auf dem Radweg in Richtung Dielheim. Auch in Baiertal mussten den ganzen Tag über Verkehrshindernisse in Form von Bäumen entfernt werden. Brand in BaiertalAm Abend, als das Wetter sich beruhigt hatte, mussten die Floriansjünger der Gesamtgemeinde erneut tätig werden. In der Schatthäuser Straße im Ortsteil Baiertal war ein Brand im Küchenbereich einer Wohnung ausgebrochen. Da die Baiertaler Abteilungsfeuerwehr noch mit der Beseitgung von Sturmschäden beschäftig war, konnte sie in Windeseile zu Hilfe kommen und erste Löschmaßnahmen ergreifen. Die Bewohner der Wohnung hatten sich derweil in Sicherheit gebracht und wurden dem Rettungsdienst zur Versorgung übergeben. Weitere Einheiten aus Schatthausen und Wiesloch  kamen ebenso zum Einsatz. Nach den Löscharbeiten wurde die Wohnung entraucht und anschließend an die Polizei übergeben. Die Feuerwehr war mit 25 Personen und neun Fahrzeugen im Einsatz.EinsatzserieBereits in den Tagen zuvor wurde die Feuerwehr Wiesloch in einigen Fällen zu Hilfe gerufen. Am Donnerstag verunfallte bei Baumfällarbeiten ein Mann in Mühlhausen. Die dortige Wehr wurde mit dem schweren Rüstwagen und der Drehleiter unterstützt. Freitags beschäftigte ein herabgestürtzter Ast in den Talwiesen die Einsatzkräfte. Am Sonntag, vor Xynthia, riefen eingeschlossene Personen in einem Aufzug und ein gemeldetes Feuer die Helfer auf den Plan. Innerhalb von 74 Stunden wurden die ehrenamtlichen Einsatzkräfte acht Mal tätig – auch für Wieslochs Feuerwehr ist dies ein ungewöhnlicher Wert, so war zu hören.
Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Montag, 01 März 2010
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