Neue Führung bei der Jugendfeuerwehr

Neuwahlen und Ehrungen bei Wieslochs Nachwuchsfeuerwehr
So viele Menschen sieht der Versammlungsraum des Feuerwehrhauses nicht alle Tage. Fast 100  Personen waren der Einladung zur gemeinsamen Hauptversammlung der Wieslocher Jugendfeuerwehr und deren Förderverein gefolgt. Darunter zahlreiche Angehörige der Jugendfeuerwehr, die Eltern der Kinder und Jugendlichen, Fördervereinsmitglieder sowie Mitglieder der Einsatzmannschaft.Mehrere Ehrungen, die Neuwahlen des Jugendfeuerwehrwarts und dessen Stellvertreters waren nur zwei Punkte der Tagesordnung, die dem Abend ein besonderes Flair verliehen. Mit einem Bilder- Video der unzähligen Aktionen in 2010 leitete Jugendfeuerwehrwart Michael San José die Versammlung ein. Anschließend begrüßte er die anwesenden Gäste. Zu den Ehrengästen aus Nah und Fern zählten Wieslochs Bürgermeisterin Ursula Hänsch, von der Jugendfeuerwehr Baden- Württemberg der Fachgebietsleiter Hydrant- Shop Uwe Seehaus sowie die Kreisjugendfeuerwehrwartin Doris Göschl. Ebenso waren Stadtjugendfeuerwehrwart Gerd Kirschenlohr, Jürgen Förderer, Unterkeisführer des Unterkreises Wiesloch, Stadtbrandmeister Peter Hecker und Abteilungskommandant Jürgen Bodri in die Feuerwache gekommen.San José sprach eingangs seiner Rede von einer besonderen Versammlung. So sei dies die letzte in seiner Amtszeit als Jugendfeuerwehrwart der Wieslocher Abteilungsjugendfeuerwehr. Neben den Wahlen der Jugendführung sei überdies ein neuer Elternvertreter des Fördervereins zu wählen, was einen kompletten Wechsel der Führung bedeute.Er fuhr mit seinem Jahresbericht fort, demzufolge zum Ende des abgelaufenen Jahres 48 Kinder und Jugendliche zu seiner Jugendwehr zählten. Zu den nicht alltäglichen Aktionen führte Michael San José die Teilnahme der zweiten Gruppe an den Bundesmeisterschaften der Jugendfeuerwehren an, bei der diese einen beachtlichen Platz im Mittelfeld erreichte. Trotz der kurz anberaumten Teilnahme und folglich auch wenigen zeitintensiven Trainingseinheiten könne man auf diese Platzierung sehr stolz sein. Den Videodreh des SWR über den Nikolausnotruf 2010 stellte San José ebenfalls heraus. Zur besten Sendezeit war diese Wieslocher Aktion in ganz Deutschland im dritten Programm zu sehen.Verschiedene Grußworte wurden von Wieslochs Bürgermeisterin Ursula Hänsch, Stadtbrandmeister Peter Hecker und Unterkreisführer Jürgen Förderer gehalten. Alle waren sich in ihren Ausführungen der Bedeutung einer funktionierenden Jugendfeuerwehr einig und bescheinigten den Betreuerinnen und Betreuern eine außergewöhnliche Arbeit. Bürgermeistern Hänsch stellte fest, dass es ohne Kinder und Jugendliche in der Jugendwehr keine aktive Wehr gäbe und sie in einem solchen Fall nicht ruhig schlafen könnte. Sie dankte dem Betreuerteam, den aktiven Angehörigen der Wehr sowie den Jugendlichen und deren Eltern. Für den größten Sponsor der Jugendfeuerwehr, der Kissel & Wolf GmbH, sprach deren Betriebsleiter Jürgen Schwarz. Er sagte auch weiterhin das Engagement des Unternehmens zu und unterstrich die entstandene Freundschaft zum scheidenden Jugendfeuerwehrwart San José. Zuletzt verabschiedete Michael San José den ausscheidenden Elternvertreter des Fördervereins Michael Roth und bedankte sich für die vierjährige Arbeit in seinem Amt.Manuel Hecker, Kassier und stellvertretender Jugendfeuerwehrwart, stellte die Mittelverwendung der Gelder des Fördervereins vor und wurde im Anschluss als Kassier des Vereins von den Mitgliedern einstimmig entlastet.Vor der Neuwahl der Jugendführung bedankte sich der amtierende Jugendfeuerwehrwart bei allen seinen Mitstreitern. Besonderen Dank sprach er seinen Betreuerinnen und Betreuern sowie Freunden und Gönnern der Jugendfeuerwehr und weiteren treuen Wegbegleitern aus. Er verabschiede sich mit einem lachenden und weinenden Auge vom Amt des Jugendfeuerwehrwarts und wünsche seinen beiden Nachfolgern nur das Beste. Gleichfalls sicherte er seine Unterstützung für die Jugendfeuerwehr zu, für die noch zwei Jahre als Betreuer zur Verfügung stehe.Manuel Hecker, der seit dem letzten Jahr das Amt des stellvertretenen Jugendfeuerwehrwarts inne hatte, stellte sich bei der folgenden Wahl für das Amt des Jugendfeuerwehrwarts zur Verfügung. Von den wahlberechtigten Kindern und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr wurde er einstimmig zum neuen Jugendfeuerwehrwart ernannt. Kraft Amtes übernahm er parallel das Amt des Fördervereinsvorsitzenden. Seinen Stellvertreter darf er ab sofort Marco Friz nennen. Dieser wurde ebenfalls einstimmig in sein neues Amt gewählt. Beide nahmen die Glückwünsche der zahlreichen Gratulanten entgegen und freuten sich über das entgegengebrachte Vertrauen.Zum neuen Elternvertreter des Fördervereins wurde Ralf Brenner gewählt, dessen beide Söhne schon seit Jahren der Jugendfeuerwehr angehören. Das Ende der langen Veranstaltung galt Personen, die sich verdient um die Jugendfeuerwehr gemacht hatten. Hierzu zählte Unterkreisführer Jürgen Förderer. Ihm zu Ehren hielt Kreisjugendfeuerwehrwartin Doris Göschl eine Laudatio. Sie hob besonders das Engagement Förderers um die Jugendfeuerwehren in seinem Unterkreis hervor. So sei er für die Jugendfeuerwehren stets ein Ansprechpartner mit offenem Ohr und sorgte durch eine Spende seines Arbeitgebers, die er privat aufstockte, dafür, dass die Teilnahme an den Bundesmeisterschaften realisiert werden konnte. Doris Göschl überreichte ihm die silberne Ehrenmedaille der Jugendfeuerwehr Rhein-Neckar. Zu ihrem Erstaunen musste auch Bürgermeisterin Hänsch feststellen, dass sie zum Kreis der Geehrten zählte. Aus den Händen von Kreisjugendfeuerwehrwartin Gösch erhielt sie die Floriansplakette der  Jugendfeuerwehr Baden- Württemberg. Dies sei darin begründet, dass sich Hänsch schon seit Jahren für die Jugendfeuerwehr und speziell für angemessene Ausstattung stark mache. Schon 1996 trug sie zur Beschaffung eines Löschfahrzeugs für die Jugendfeuerwehr bei. Diesem folgten der Mannschaftswagen im Jahr 2007 und ihre Unterstützung bei der Übernahme der THW- Räume als Jugend- und Stabsraum der Feuerwehr. Darüber hinaus stand sie als Ansprechpartner bei der Gründung des Jugend- Fördervereins bei. All dies sei jedoch nicht nur auf ihre Arbeit als Bürgermeisterin, zuständig für das Ressort in dem die Feuerwehr angesiedelt ist, zurückzuführen. Vielmehr scheine es  ihr ein ernsthaftes persönliches Anliegen zu sein.Als denkwürdigen Moment des Abends kann man sicher den Abschied von Michael San José bezeichnen. Uwe Seehaus, Mitglied der Landesjugendleitung, sprach über San Josés vielfältiges Engagement. Zu Anfang seiner Amtszeit im Jahr 2005 habe er zunächst verschiedene Fachgebiete ins Leben gerufen und strukturelle Änderungen vorgenommen. Schon zwei Jahre später sei er hauptverantwortlich für den Erfolg des 40-Jährigen Jubiläums und die Beschaffung des Mannschaftswagens gewesen. Ebenso gründete er mit Hilfe seiner Betreuer den Förderverein und konnte im Jubiläumsjahr den ersten eigenen Jugendraum im Feuerwehrhaus einweihen. Seehaus hob einige Zitate des Ehrungsantrags besonders hervor. So sei San José stets loyal zur Jugendfeuerwehr und seinen Kameraden gewesen und hätte sein Privatleben bedingungslos für die Jugendarbeit hinten angestellt. Darüber hinaus sei Michael San José eine wahre Triebfeder gewesen, die  die Jugendfeuerwehr vorangebracht habe und es verstand Menschen zu motivieren.Seine Art Jugendarbeit leidenschaftlich zu betreiben sei überdies vorbildhaft für die weiteren Jugendgruppenleiter. Der Erfolg, seit nunmehr vier Jahren konstant 50 Kinder & Jugendliche zu den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr zu zählen, spräche an dieser Stelle für sich.Für die zahlreichen Verdienste, die sich der Jugendfeuerwehrwart in seiner fünfjährigen Amtszeit erworben hatte, verlieh Uwe Seehaus die silberne Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Baden- Württemberg.Von seinen Betreuern erhielt San José eine Bildercollage und ein Gruppenbild sowie ein kleines Geschenk für seine nun kommende Freizeit. Manuel Hecker dankte seinem Amtsvorgänger für die geleistete Arbeit.Im Anschluss warf der neue Jugendfeuerwehrwart einen Ausblick auf das laufende Jahr und die anstehenden Veranstaltungen.
Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Freitag, 28 Januar 2011
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