Name der Wehr steht nicht „nur“ für kompetente Hilfe

Name der Wehr steht nicht „nur“ für kompetente Hilfe
Kameradschaftsabend der Abteilungsfeuerwehr Wiesloch mit Ehrungen & Beförderungen

(fz). Seit langem ist ein Abend der Zusammenkunft mit Ehrungen und Beförderungen bei der Feuerwehr in Wiesloch Tradition. Jedes Jahr im Herbst findet dieses Ereignis, der Kameradschaftsabend, statt und führt vom Jugendfeuerwehrangehörigen, über die gesamte Einsatzmannschaft, bis hin zur Alters- und Ehrenabteilung alle Floriansjünger zusammen.Am vergangenen Samstag fanden sich eigens hierfür die Angehörigen der Wieslocher Abteilungsfeuerwehr in der Festhallte des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden ein. Begrüßt wurden sie vom Abteilungskommandanten Jürgen Bodri. Seitens der Stadtverwaltung konnte Bodri die Bürgermeisterin Ursula Hänsch und den Fachgruppenleiter Michael Kühn willkommen heißen. Ebenso waren die Ehrenkommandanten Gerolf Sauer und Rainer Kircher sowie der Unterkreisführer Jürgen Förderer der Einladung gefolgt. Auch Vertreter des Technischen Hilfswerks sowie der umliegenden Feuerwehren ließen sich eine Teilnahme nicht verwehren.Nachdem Jürgen Bodri die Anwesenden begrüßt hatte, fuhr er mit seiner Rede fort. In den vergangenen Monaten dieses Jahres hätte es demnach zahlreiche Herausforderungen für seine Wehr gegeben. Hierzu zählte er den Übungsdienst, die Wettkampfteilnahme einzelner Jugendfeuerwehrgruppen und die sportliche Ertüchtigung einiger Feuerwehrkameraden. All diese Aktionen würden ihm zufolge dafür sorgen, dass der Name Feuerwehr Wiesloch nicht „nur“ für kompetente Hilfe in Notfällen steht. Ganz besonders ging Bodri auf den Reetdachbrand in Malsch im vergangenen März ein. Damals verunglückten drei Kameraden der Feuerwehr auf der Einsatzfahrt und blieben glücklicherweise, bis auf ein paar kleine Schrammen, unverletzt. Er erläuterte dabei die Maßnahmen nach dem Unfall und die Bereitstellung eines Ersatzfahrzeugs. Hierfür bedankte sich die Wehr bereits bei den Feuerwehrkameraden der Feuerwehr Leimen- St.Ilgen, die eines ihrer Fahrzeuge binnen zwei Tagen zur Verfügung stellten. Solch eine Maßnahme hätte der Stadtkasse den einen oder anderen Euro gespart, was Bodri besonders unterstrich. Ebenso Gelder einsparen, konnte man bei der Anschaffung eines automatischen externen Defibrillators. Dieser musste aus Kostengründen bei der Ausschreibung des neuen Löschgruppenfahrzeugs gestrichen werden und konnte letztlich nur durch die Mithilfe der Malteser übergeben werden. Hierfür dankte Jürgen Bodri dem Geschäftsführer der Wieslocher Malteser Peter Schäfer, der ebenfalls unter den Gästen weilte.Besonders betonte Bodri die Bedeutung der Kameradschaft für eine freiwillige Feuerwehr. Um diese zu pflegen, seien neben dem Einsatz- und Übungsdienst einige Ausflüge unternommen worden. Denn nur wenn sich der einzelne Feuerwehrangehörige in seiner Feuerwehr wohlfühle und die Wehr eine starke Gemeinschaft darstelle, könne sich den hohen Belastungen bei Einsätzen gestellt werden. Auf zwei Ereignisse ging der Abteilungskommandant dabei im Einzelnen ein. Bei zwei Bränden in diesem Jahr konnten die Floriansjünger demnach Menschenleben retten. Im Frühjahr war ein Brand in der Baiertaler Straße ausgebrochen und im Juli ein Feuer in der Sofienstraße. Bei beiden Ereignissen wurden die betroffenen Bewohner buchstäblich in letzter Minute gerettet. Hierauf könnten die Feuerwehrleute stolz sein, denn dies hätten sie nur gemeinsam geschafft. Zum Ende seiner Ausführungen bedankte sich Jürgen Bodri bei den Verantwortlichen im Rathaus für die gute Zusammenarbeit.

Nachdem sich die Gäste des Abends am großen Buffet gestärkt hatten, wandte sich Bürgermeisterin Ursula Hänsch an die Anwesenden. Sie bedankte sich bei allen Verantwortlichen für die geleistete Arbeit. Sei hob hierbei das Engagement bei der Ausbildung und den Einsätzen sowie in der Jugendarbeit hervor. Ihr folgte der Wieslocher Stadtbrandmeister Peter Hecker. Er sprach davon, dass die Feuerwehrleute der Weinstadt nicht nur oftmals Schutzengel seien, indem sie anderen Menschen zur Hilfe kämen, sondern auch Schutzengel gehabt hätten, als es im Frühjahr zum schweren Unfall des Tanklöschfahrzeugs gekommen sei. Anschließend lobte er die Arbeit seines Stellvertreters Bodri, was durch großen Beifall gewürdigt wurde.Doch nicht nur Grußworte standen auf der Agenda des Kameradschaftsabends. Hohe Aufmerksamkeit galt den Kameraden, die an diesem Abend nach Absolvierung von Lehrgängen bzw. durch ihre Dienstzeit befördert wurden und denjenigen, die durch ihre langjährige Angehörigkeit eine Ehrung erhielten. Zum Oberfeuerwehrmann wurde Michael Roth ernannt. Den Dienstgrad des Hauptfeuerwehrmannes dürfen ab sofort Sven Ziefle und Florian Schweinfurth tragen – zur Hauptfeuerwehrfrau wurde Angelika Burckhardt befördert. Sebastian Hodapp wurde zum Löschmeister ernannt und die beiden Zugführer Frank Lauer und Jürgen Friz dürfen sich mit Wirkung des Kameradschaftsabends Oberbrandmeister nennen. Für ihre langjährige Mitgliedschaft bei der Wieslocher Wehr wurden Gerhard Kirschenlohr und Joachim Lauer (10 Jahre), Florian Schweinfurth und Sven Ziefle (15 Jahre), Thomas Junkert und Jürgen Bodri (20 Jahre)  geehrt. Andreas Münch und Michael Raab wurden für ihre 25-Jährige Angehörigkeit bei der Feuerwehr gewürdigt. Beide erhielten im Anschluss von Stadtbrandmeister Peter Hecker und Unterkreisführer Jürgen Förderer das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg in Silber.Dem Ende des offiziellen Teils des Abends folgten die Baiertaler Bachstelzen mit ihrem Zebratanz. Für die Bewirtung und logistische Unterstützung bedankte sich Abteilungskommandant Jürgen Bodri bei der Kommandantin der Werkfeuerwehr PZN Alexandra Stadter.
Bild: H & B Pressebild PfeiferWeitere Bilder befinden sich in unserer Galerie
Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Mittwoch, 27 Oktober 2010
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