Ernstfälle im Atemschutzeinsatz erprobt

Zur mittlerweile vierten Ganztagesausbildung  und gleichzeitig zum zweiten Brandbekämpfungstag im Jahr 2008, versammelten sich am vergangenen Samstag die Feuerwehrfrauen- und Männer der Feuerwehrabteilung Wiesloch im Wieslocher Feuerwehrgerätehaus. Auch Delegationen der Abteilungsfeuerwehren Baiertal und Schatthausen wohnten dem Dienst in Wiesloch mit einem Löschgruppenfahrzeug bei.
Den ersten Abschnitt der Ausbildung bildete eine Theorieeinheit am Morgen. Es wurden Grundsätze des Atemschutzeinsatzes und die  Aufgaben des sogenannten Sicherheitstrupps besprochen. Der Sicherheitstrupp dient als erste hinzueilende Einheit bei Verunfallen eines Atemschutztrupps im Brandeinsatz.
Seit neustem verfügt die Wieslocher Feuerwehr für den Sicherheitstrupp über eine spezielle Rettungstasche, die im Notfall  zum Einsatz kommt und ein Rettungstuch plus ein Ersatz- Atemschutzgerät beinhaltet.
Da der Fokus der Ausbildung  gänzlich auf Notfällen im Atemschutzeinsatz lag, wurde im Anschluss an die Theorieeinheit in praktischen Stationsausbildungen der Umgang mit den Rettungsgerätschaften und den Wechsel von Komponenten des Atemschutzgerätes trainiert.
Die Rettung eines verunfallten Atemschutztrupps stellt demnach besondere Herausforderungen an eine Feuerwehr, denen man durch eben solche Ausbildung und spezielle Ausrüstung gerecht zu  werden versucht. Auch Unfälle in der Vergangenheit, bei denen Feuerwehrleute teilweise schwer verletzt oder gar getötet wurden, machen deutlich wie wichtig eine nachhaltige und einheitliche Ausbildung im Bereich des Atemschutzeinsatzes ist. Zur Vertiefung und Umsetzung der Erkenntnisse des Vormittags galt der Zweite Part des Übungsdienstes einem realen Gebäudekomplex. Freundlicherweise wurde den Wehrleuten das ehemalige Altenpflegeheim Haus Kurpfalz für die Übungszwecke zur Verfügung gestellt. Hier boten sich im speziellen zwei Szenarien an, die die Mannschaften zu absolvieren hatten.
Erste Lage bildete ein Kellerbrand bei dem ein Trupp im Innenangriff verunfallte und von weiteren Einheiten gerettet werden musste. Jugendliche der Jugendfeuerwehr, die Arbeiter mimten, mussten im weiteren Übungsverlauf durch die Besatzung der Drehleiter in Sicherheit gebracht werden.
Nach erfolgreicher Absolvierung der ersten Einheit wurden die Erkenntnisse besprochen und die Fahrzeugaufteilung für die zweite Übung vorgenommen.
Auslösung einer automatischen Brandmeldeanlage im Altenpflegeheim Haus Kurpfalz, hieß das zweite Übungsstichwort. Gemäß der Ausrückeordnung fuhren hierzu das Wieslocher Löschgruppenfahrzeug, die Drehleiter, das Tanklöschfahrzeug sowie der Einsatzleitwagen die vermeintliche Einsatzstelle an.
Die Erkundung des ersten Fahrzeugführers ergab schließlich einen Brand im vierten Obergeschoss.
Sofort beorderte er einen Trupp in die Brandetage. Auch dieser Feuerwehrtrupp verunfallte bei den Löscharbeiten. Die plötzliche Bewusstlosigkeit eines Feuerwehrmannes rief die weiteren Kräfte
auf den Plan. Aufgabe hierbei war es, den bewusstlosen Kameraden auf dem schnellsten Wege aus dem Gefahrenbereich zu retten und im Freien einer Notfallversorgung zu zuführen. Auch hier kam der Sicherheitstrupp zum Einsatz, der sich in einer solchen Situation auf dem schnellsten Wege zum Unglücksort begibt.
Nach erfolgreicher Rettung konnten die Mannschaften schließlich die Fahrzeuge in Einsatzbereitschaft versetzen und nach einer erneuten Durchsprache der Übung in das Feuerwehrgeräteahaus zurückkehren.
Der Dank der Wehrleitung gilt dem Bethanien- Krankenhaus Heidelberg sowie dem Altenpflegeheim Haus Silberberg für das zur Verfügung stellen des Übungsobjektest sowie den Ausbildern des Fachgebiets Brandbekämpfung für die Planung und Umsetzung des Brangbekämpfungstages.
Bilder hierzu befinden sich in unserer Galerie
Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Montag, 10 November 2008
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