Abschied von Adolf Steidel

Abschied von Adolf Steidel
(LSr) Am vergangenen Freitag musste die Wieslocher Feuerwehr auf dem Stadtfriedhof von einem überaus verdienten Alterskameraden und Ehrenmitglied Abschied nehmen. Der ehemalige stellvertretende Kommandant Adolf Steidel war am Dienstag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren verstorben. Schon im April 1943 hatte sich Adolf Steidel der Wieslocher Feuerwehr angeschlossen. In schwierigster Zeit, als das Tragen einer Uniform verpönt war und die Feuerwehr mit einfachsten Mitteln auskommen musste, übernahm er Verantwortung für seine Kameraden und absolvierte nach und nach alle Ausbildungen, die ein freiwilliger Feuerwehrmann überhaupt besuchen kann. Sein großes Fachwissen und technisches Verständnis kamen ihm dabei stets zu gute. 23 Jahre lang war er als Gerätewart federführend für die Fahrzeuge und Ausrüstung der Stützpunktfeuerwehr zuständig. In Anbetracht der Tatsache, dass Feuerwehrfahrzeuge nicht selten 30 Jahre lang einsatzbereit sein müssen und man auch damals schon sehr sparsam war, stellte dies allein schon eine große Herausforderung dar. Doch nicht nur die Technik hatte es ihm angetan. Als Mitte der 50er Jahre im Rahmen des Katastrophenschutzes für den damaligen Landkreis Heidelberg überörtliche Löschzüge für Wasserförderung aufgestellt wurden, übertrug man ihm die Leitung des 1. Zuges dieser Einheit, eine Funktion die er dann 24 Jahre innehatte. Im Jahr 1962 wurde er von seinen Kameraden zum stellvertretenden Kommandanten der Stadtfeuerwehr Wiesloch gewählt. Diese Funktion übte er stets pflichtbewusst und engagiert bis ins Jahr 1977 aus. Aufgrund dieser vielen Verdienste wurden ihm zahlreiche Feuerwehrehrungen von Land, Kreis und Stadt zuteil. Leider war es ihm aufgrund seiner schweren Krankheit in den letzten Jahren nicht mehr vergönnt, an den regen Aktivitäten der Feuerwehrsenioren und den Veranstaltungen der Aktiven teilzunehmen. Gerne erinnerte er sich aber an die vielen Dinge, die er in seiner langen Feuerwehrlaufbahn erlebt hat. Mit einer Ehrenwache an seiner Bahre und dem Absenken der Feuerwehrstandarte als letztem Gruß brachte die Feuerwehr Wiesloch ihren Dank und ihre Verbundenheit zum Ausdruck. Stadtbrandmeister Peter Hecker ließ in seinem Nachruf die Feuerwehrlaufbahn von Adolf Steidel Revue passieren. Der Ehefrau, den Kindern und allen Verwandten des Verstorbenen gilt die Anteilnahme der gesamten Feuerwehr.
Geschrieben von Ludwig Sauer
Bearbeitet am Montag, 16 Januar 2006
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