Überlandhilfe bei Großbrand in Reilingen

Zur mittlerweile dritten Überlandhilfe, binnen einer Woche, wurde Wieslochs Feuerwehr am späten Mittwochabend alarmiert. In der vorletzten Woche waren die Einsatzkräfte aus Wiesloch an zwei Tagen mit dem Großbrand einer Lackfabrik beschäftigt und leisteten wertvolle Hilfe bei der Nachbarstadt Walldorf.
Am Mittwochnachmittag, der vergangenen Woche, war nun ein weiterer Großbrand in einer Textilgroßhandelsfirma in Reilingen ausgebrochen. Aufgrund des Ausmaßes wurden sukzessive Feuerwehren aus dem gesamten Rhein- Neckar Kreis alarmiert, um die Kräfte in Reilingen zu unterstützen. Die Aufgabe der Feuerwehr Wiesloch bestand zunächst darin, Schaummittel in einer Löschmittelfabrik abzuholen und an den Brandort zu transportieren.
Mit dem Gerätewagen Transport und dem Schlauchwagen machten sich die Einsatzkräfte zunächst nach Walldorf auf, es stieß der Gerätewagen Transport der dortigen Feuerwehr hinzu mit dem der Konvoi anschließend nach Ladenburg fuhr. Noch während der Fahrt forderte die Einsatzleitung in Reilingen, das Löschgruppenfahrzeug aus Wiesloch an, welches sich unter Leitung von  Stadtbrandmeister Hecker zur Einsatzstelle in der Wilhemstraße aufmachte. Eine Rauchsäule wies den Wieslocher Einsatzkräften recht eindeutig den Weg zum Brandort. Während die Mannschaft des Löschgruppenfahrzeugs die Brandbekämpfung auf der westlichen Seite des Brandobjekts unterstützte, standen die beiden anderen Fahrzeuge, mit ihren Teams, zunächst im Bereitstellungsraum. Die Schwierigkeit und der erhebliche Aufwand der Löscharbeiten, bestanden in der enormen Ausdehnung des Feuers und in der Tatsache, dass durch die mögliche Einsturzgefahr und die enorme Hitze ein Vordringen in den betroffenen Bereich nicht möglich war. Ausschließlich wurde daher die Brandbekämpfung von außen vorgenommen. Neben einigen Fenstern die das Einbringen von Löschwasser und Schaummittel ermöglichten, schafften sich die Feuerwehrleute an mehreren Stellen eigene Öffnungen, durch gezieltes Entfernen von Mauerwerk.
Das Bild an der Einsatzstelle war geprägt durch Spezialfahrzeuge und diverse Gerätschaften; der Brand machte so beispielsweise die Anwesenheit von Messfahrzeugen, Einsatzleitfahrzeugen oder dem mobilen Großlüfter einer Werkfeuerwehr notwendig. Zahlreiche Schlauchleitungen lagen hunderte Meter lang auf Reilingens Straßen, um dem riesigen Bedarf an Löschwasser nachzukommen. Am Donnerstagmittag schließlich, konnten die Wieslocher Feuerwehrfrauen und -männer aus dem Einsatzgeschehen herausgelöst werden und nach Aufräumarbeiten im Feuerwehrgerätehaus den verdienten Schlaf antreten. Etwa gegen 18.00 Uhr und somit mehr als 24 Stunden nach Brandausbruch, waren die Flammen schließlich gelöscht.
Geschrieben von Marco Friz
Bearbeitet am Freitag, 22 August 2008
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