23 - Großbrand Recyclingfirma


Datum: 28.12.1995, 01:30 Uhr
Einsatzort: Wiesloch In den Weinäckern
Großbrand Recyclingfirma

Eine Lagerhalle und geschätzte 800 Tonnen Papier, Styropor und Plastik, die auf dem Firmengelände eines Recycling-Unternehmens im Gewerbegebiet „Weinäcker“ zum Sortieren und Bündeln gelagert waren, gingen in der kalten Winternacht des 28. Dezember 1995 in Flammen auf. Als die Wieslocher Feuerwehr kurz nach 0.30 Uhr am Ort des Geschehens eintraf, brannte das komplette Firmengelände. Der Brand griff bereits auf die Gebäude eines benachbarten Unternehmens zur Schaumstoffverarbeitung über. Eine riesige schwarze Rauchwolke stieg in den Himmel. Unverzüglich wurde Großalarm ausgelöst und neben den Wieslocher Abteilungen auch die Feuerwehren aus Rauenberg, Nußloch, Leimen und Walldorf angefordert. Die Brandbekämpfung gestaltete sich äußerst schwierig. So waren die winterlichen Temperaturen eine gewaltige Herausforderung für die Einsatzkräfte, aber auch für das Material. Außerdem machte die starke Rauchentwicklung einen umfangreichen Atemschutzeinsatz nötig. Wegen des nach Westen abziehenden Brandrauchs wurden Schadstoffmessungen in Wiesloch, Walldorf, Reilingen und selbst noch in Hockenheim vorgenommen. Die Bevölkerung dieser Region wurde über Rundfunk aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten, und der Bahnverkehr auf der Rheintalstrecke musste über mehrere Stunden eingestellt werden. Zwar konnte eine Ausbreitung des Feuers auf weitere Gebäude abgewendet werden, die deformierte Stahlkonstruktion der brennenden Lagerhalle verhinderte aber ein vollständiges Ablöschen der Flammen. Auch Ballen mit Recyclingmaterial waren kaum zu löschen. Das Technische Hilfswerk setzte daraufhin schweres Gerät ein, um sowohl Stahlteile, als auch die Ballen auseinander zu ziehen. Mit etwa 6.000 Liter Schaummittel wurde ein Teppich über das nach wie vor glimmende und sich immer wieder entfachende Brandgut gelegt. Auch am Tag danach konnte noch nicht endgültig „Feuer schwarz“ gemeldet werden. Gemeinsam mit dem Leiter der Landesfeuerwehrschule und dem Kreisbrandmeister wurde überlegt, wie man dem Feuer abschließend an den „Kragen gehen“ könnte. Unter anderem wurde der Einsatz eines neu entwickelten Löschmittels in Erwägung gezogen. Am Ende kam, wie so oft, Hilfe von oben: Einsetzender Dauerregen löschte nach und nach letzte Glutnester. Bei diesem verheerenden Großbrand kamen rund 200 Helfer von Feuerwehren, THW, Rettungsdienst und Polizei zum Einsatz.

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