2 - Großbrand


Datum: 31.03.1937, 01:00 Uhr
Einsatzort: Walldorf

Brand bei den süddeutschen Metallwerken

Ende März 1937 wurde die Wieslocher Feuerwehr zu einer Überlandhilfe in die Nachbarstadt Walldorf gerufen. Dabei kam der im Jahr 1936 beschaffte Kleinautomobil-Gerätewagen zum Einsatz.

Bericht von Kommandant Ludwig Sauer an das Bürgermeisteramt

Heute Nachmittag fünf Uhr wurde die freiw. Feuerwehr Wiesloch durch die Sirene alarmiert. Im Lackierraum der südd. Metallwerke Walldorf war ein Feuer ausgebrochen, das durch das zur Verwendung kommende Material einen gefährlichen Charakter annahm und die Betriebsführung veranlasste, gleich die Motorspritze von Wiesloch zu alarmieren. Die Gefolgschaft des Werkes war beim Eintreffen derselben schon eifrig bemüht, durch die vorhandenen Schaumlöschgeräte und mit 2 C Leitungen dem Feuer Einhalt zu gebieten. Doch das sehr feuergefährliche Material entwickelte eine solche Hitze, die nun durch zwei weitere C Leitungen von einem Hydranten und einer B Leitung, die über den Bahnkörper der Reichsbahn gelegt werden musste und durch die Motorspritze gespeist, welche an der Leimbach angelegt hatte, sehr rasch niedergekämpft wurde. Ebenso wurde mit Sand dem herumfließenden brennenden Lack Einhalt geboten. Ein T-Träger, ca. 20 cm hat sich durch die Hitze sehr stark durchgebogen und drohte die Decke zum Einsturz zu bringen. Die andere Hälfte des Raumes war mit einem Glasdach versehen, das vollständig zerstört wurde. Nach ½ Stunde war das Feuer vollständig bekämpft und es konnte mit dem Aufräumen und Beseitigen der Brandnester begonnen werden. Die Wehr, die mit 20 Mann an der Brandstelle war, konnte alsdann wieder abrücken. Es ist ein erheblicher Schaden entstanden. Brandursache noch unbekannt.

gez. Sauer, Oberbrandmeister

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