5 - Dachstuhlbrand


Datum: 17.09.1954, 05:00 Uhr
Einsatzort: Wiesloch Röhrbuckel
Dachstuhlbrand

Brennender Dachstuhl bedroht den Stadtkern

Zeitungsbericht über den Brand am 18. September 1954
Über der Stadtmitte war der Himmel rot verfärbt und der Turm der evangelischen Kirche und das Gymnasium waren gespenstisch beleuchtet. Der brennende Dachstuhl der Schlosserei Welker am Röhrbuckel bedrohte den Stadtkern um den Marktplatz. Der Brand wurde erst bemerkt, als der Dachstuhl bereits in Flammen stand. Durch den um diese Zeit herrschenden Wind gab es gefährlichen Funkenflug, so dass die Feuerwehr Mühe hatte, ein Übergreifen auf die dort eng zusammengebauten alten Häuser zu verhindern. Kurz nach vier Uhr wurden nicht nur die Feuerwehrleute, sondern auch die übrigen Mitbürger durch das laute und eindringliche Heulen der Alarmsirene aus dem Schlaf gerissen. Beim Morgengrauen war das Feuer dann gelöscht. Ein Übergreifen auf die Nachbargebäude konnte durch den beherzten Einsatz erfolgreich verhindert werden.

Großbrände in der eng bebauten Altstadt sind auch heute noch eine ganz besondere Herausforderung für die Feuerwehr. Durch Wärmeleitung, Wärmestrahlung, Flammenüberschlag oder Funkenflug können die Brände trotz baulichen Brandschutzes, wie zum Beispiel mit Brandwänden, schnell auf Nachbargebäude übergreifen. Die Retter tun sich oft schwer, an den Brandherd zu kommen, weil parkende Fahrzeuge, die Außenbestuhlung von Gaststätten, Werbeanlagen oder Einrichtungen zur Verkehrsberuhigung die Zufahrten und Aufstellflächen einengen oder blockieren.

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