11 - Brennt Kirche


Datum: 23.06.1972, 09:00 Uhr
Einsatzort: Malsch
Feuerwehr Malsch:
Brennt Kirche

Heizkissen löst Großbrand aus

Wie eine „lodernde Brandfackel“ wies der brennende Turm der St. Juliana-Kirche in Malsch in den frühen Morgenstunden des 23. Juni 1972 den anrückenden Feuerwehren aus Wiesloch, Walldorf, Rettigheim und Mühlhausen den Weg. Eine Viertelstunde vor vier Uhr waren die Bewohner des Weinorts durch die Feuersirene aus dem Schlaf geschreckt worden. Zuvor hatte eine Anwohnerin den Feuerschein in der Kirche gesehen und laut um Hilfe gerufen. Beim Eintreffen der Malscher Feuerwehr hatte der Brand schon auf das Kirchendach übergegriffen und es bestand, auch unter Einsatz mehrerer Löschleitungen, keine Chance mehr, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Vor allem im Bereich des einsturzgefährdeten Kirchturms mussten die angrenzenden Gebäude evakuiert werden. Die Kirchturmspitze stürzte dann gegen fünf Uhr in den Garten der Kirche. Zwei Stunden später war der Brand gelöscht. Der Gebäudeschaden wurde auf rund eine Million DM geschätzt. Dabei war die Kirche erst in den Jahren 1970/1971 unter großen finanziellen Opfern renoviert worden. Besonders bedauerlich war, dass wertvolle Kunstschätze, darunter zwei historische Seitenaltäre und 14 Nothelfer-Skulpturen, unwiederbringlich zerstört worden waren. Die Brandermittler gingen später davon aus, dass möglicherweise ein defektes Heizkissen in einem der Beichtstühle den Brand ausgelöst hatte.

Gelesen 896